Freitag, 22. Oktober 2010

Wendy Allen in Dillenburg 2010



Dieser Monat ist so voll mit Tanzen dass ich mit dem Berichten kaum hinterher komme. Heute hatte ich die Gelegenheit, Videos der spontanen ATS-Tanzparty während des Caravan Gatherings Anfang Oktober mit Devi Mamak anzuschauen: Wir Tänzerinnen kamen aus verschiedenen Gruppen in Russland, Großbritannien und Deutschland und das sah richtig gut aus, so als ob wir das öfter machen würden! Das war einfach fantastisch und ich liebe es, mich an die Magie dieses Abends zu erinnern!

Nur eine Woche nach dem Caravan Gathering stfand mein ATS Highlight des Jahres an: Wendy Allens mittlerweile jährlich stattfindendes Workshop-Wochenende in Dillenburg! Ich hatte mich schon früh für alle Workshops angemeldet und leitete dieses Wochenende für mich schon am Donnerstag Abend mit einem Choli-Näh-Workshop ein. Meine Mutter ist gelernte Näherin und hat viele Kostümteile meiner Bauchtanz- und Tribalkostüme genäht aber für mich waren Nähmaschinen bis zu diesem Abend das große Unbekannte. Ich kann per Hand nähen, stricken und häkeln, aber Nähmaschinen... Nun, im Sommer erstand ich ein Anfängermodell aber fand vor dem Workshop noch nicht mal Zeit, die Nähmaschine auszupacken. Es ging abet gut. Die Dozentin machte das richtig gut und ich war überrascht, dass Nähen gar nicht so ein undurchdringliches Mysterium war, wie ich immer dachte. Ich bekam mein Choli auch fast fertig und freue mich schon drauf, es zu vollenden – aber leider hatte ich bisher nicht die Zeit dazu... Am Freitag besuchten meine Tanzschwester und ich Isarmas Muskel-Guide-Workshop, der uns für Wendys Floorwor-Workshop später am Abend vorbereitete. Das war eine gute Idee weil Isarma uns wertvolle Ratschläge geben konnte dazu, wie wir gut auf uns aufpassen beim Floorwork, worauf wir achten sollten und mit welchen Übungen wir unsere Muskeln optimal auf diese Arbeit vorbereiten.

Dann war es Zeit für Wendy. Sie begann mit einem Workshop zur Musikalität: Wie wir verschiedene langsame Musikstücke hören sollten und sie am besten mit langsamen Bewegungen umsetzen sollten. Das machten wir dann auch mit schneller Musik und Wendy erklärte, welche Bewegung gut zu welchen Rhythmen passen. Wir übten das dann und hatten gleich viel Spaß. Dann wurden unsere Muskeln noch im Floorwork-Workshop gefordert, in dem es um die meisten Elemente der Floorwork-DVD von FatChanceBellyDance (Vol. 8) ging.

Dies ging an meinen Muskeln nicht spurlos vorbei, und nicht nur an meinen Muskeln nicht! Aufstehen am nächsten Morgen, sich setzen und wieder aufstehen und Treppen steigen wurden zur harten Übung ... Den ersten Teil des folgenden Tages verbrachte ich mit Notebook und Handy bei der Vorbereitung der ersten großen Mitgliederversammlung des Tribal D.A.CH. Vereins am Abend und fühlte mich mehr wie auf Geschäftsreise denn auf Urlaub (was ich eigentlich war).

Mittlerweile waren viele Freundinnen zu den Workshops angereist. Wendys Workshops sind mittlerweile zu einem "Muss" für die deutsche ATS-Fangemeinde geworden. Am Samstag unterrichtete sie uns darin, was das Flair des FCBD-Stils ausmacht. Da ging es schwerpunktmässig um Haltung, na klar, das war keine Überraschung! In den anderen Workshops ging es um Drehungen und Spins und um neue Zimbelmuster, denn FCBD nutzen neben den bekannten 3er-Rhythmus und Military Pattern auch weitere Zimbelmuster zur Variation. Nach den Workshops ging es gleich mit der Mitgliederversammlung des Vereins weiter, die gut verlief und danach hatte ich endlich das Gefühl, mich etwas entspannen zu können. Viele Tänzerinnen interessierten sich dafür und sprachen mich auf den Verein an, dessen 1. Vorsitzende ich bin. Viele traten auch ein, was natürlich sehr schön ist. Aber insgesamt wurde es ein langer Tag, denn die Versammlung dauerte bis 22 Uhr und wir waren froh, danach in einem Restaurant noch etwas zu essen zu bekommen.

Am Sonntag kamen unsere beiden Tanzschwestern noch zu den Workshops, so dass mein kompletter Stamm bei den Sonntags-Workshops dabei waren! Diese drehten sich um Formationen, Duelling Duets und das spontane Planen eines kompletten ATS-Sets für eine große Gruppe. Wir teilten uns in zwei Gruppen und trafen Absprachen, wer mit wem wozu raus geht und was tanzt. Das klappte nicht immer wie geplant, aber machte viel Spaß. Wir bekamen gute Tipps dazu, wie wir üben können, immer schnell unsere Positionen in den Formationen zu finden und wir übten, für ein Publikum zu tanzen, dass um eine Gruppe herum steht, mittels "Stealing the Lead."

Am Ende ging die Zeit wieder viel zu schnell vorbei! Wir hatten uns so gefreut, unsere Tanzfreundinnen aus ganz Deutschland und mittlerweile auch Europa wieder zu sehen, aber die Zeit ist immer zu kurz... Dennoch, wir bekamen so viel Inspiration und Motivation, davon werden wir noch eine Weile zehren. Wir freuten uns gleich auf unsere nächste Gelegenheit zu tanzen und auf unserer Training! Und obwohl ich mittlerweile quasi Wendys Workshops abonniert habe, wird nächstes Jahr alles anders: Ich habe begehrte Plätze in den Seminaren General Skills und Teacher Training Level One ergattert, die Carolena Nericcio selbst nächstes Jahr in Deutschland zum ersten Mal geben wird! Wendy wird da auch dabei sein. Da habe ich wirklich etwas, worauf ich mich nächstes Jahr freuen kann! YAY!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Caravan Gathering 2010



Der September war total zugepackt mit Arbeit und gegen Ende des Monats erwischte mich auch noch eine schlimme Erkältung. Und jetzt ist es schon Oktober, der ganz im Zeichen des Tanzens steht! Obwohl ich noch mit meiner Erkältung rang, wollte ich meine Anmeldung für Devi Mamaks Workshops "Caravan Gathering" in Lüttich am ersten Oktoberwochenende nicht absagen. Eine meiner Tanzschwestern fuhr mit und ich wusste, dass Gabriella und eine ihrer Stammesschwestern am Sonntag auch dort sein würden.

Devi Mamak ist eine australische ATS-Tänzerin, die einige ATS-Schritte und Bewegungen entworfen hat, von denen einige zu "offiziellen" ATS-Bewegungen werden, d.h. sie werden Teil des Repertoires von FatChanceBellyDance. Das wollten wir natürlich lernen!
Wir fuhren am Samstag früh los und kamen entspannt am Studio in Lüttich an. Tatsächlich waren wir eine ganze Stunde zu früh da, aber das ist ja immer besser als zu hetzen und abgekämpft anzukommen. Das Oktoberwetter war herrlich, aber leider gab es kein Café in der Nähe, wo wir uns hinsetzen und einen Kaffee oder Tee hätten trinken können. Hannele Aaltonen hatte die Workshops von Finnland aus organisiert und die Teilnehmerinnen kamen aus ganz Europa, z. B. aus Großbritannien, Russland, Polen, Belgien (klar), Frankreich und Norwegen, und wir aus Deutschland.
Devi war noch etwas müde und ge"jetlagged", weil ihre Anreise aus Australien über 30 Stunden gedauert hatte, aber sie war trotzdem eine inspirierende Lehrerin und Tänzerin. Wir lernten zuerst eine Reihe "nicht offizieller" ATS-Schritte (die also nicht direkt zum ATS-Repertoire von FCBD gehören), die hauptsächlich vom Egyptian und Arabic Basic abgeleitet waren, sowie einige langsame Bewegungen voller Dramatik. Mein Kopf war immer noch vernebelt von der Erkältung, ich hustete und schniefte aber ich bekam alle Bewegungen ganz gut mit. Sie demonstrierten sehr gut das Prinzip des "ATS New Style", wie Carolena Nericcio es in ihrem vieldiskutierten "Fireside Chat"-Artikel definiert hat, der letzten Monat die Tribalwelt bewegt und den Weg von ATS in die Zukunft aufgezeigt hat. Diese Aufklärung dazu, was ATS ist und woraus das gemeinsame Repertoire aller ATS-Tänzerinnen bestehen soll und wie dabei Raum zur eigenen Entfaltung und Kreativität innerhalb des ATS-Rahmens und der ATS-Philosophie bleibt, war überfällig. Carolena wird das Konzept in ihrer nächsten Lehr-DVD genauer erläutern, aber Devis Bewegungen halfen mir, zu verstehen, was es bedeuten soll, im Kontext von ATS Neues zu entwickeln.

Als nächstes zeigte Devi uns zwei ihrer choreographierten Set-Eröffnungen, um ATS effektiv auf die Bühne zu bringen. Wenn man ATS auf der Bühne zeigt ist es sinnvoll, das nicht immer auf die gleiche typische Art und Weise zu tun. Sogar FCBD präsentieren es mit choreografierten Elementen und Tänzen in ihren Shows.
Der Unterricht endete mit einem Vortrag von Devi und anschließender Diskussion zu Bühnenpräsenz. Es gab eine Menge Tipps und Tricks, auch dazu, wie man beispielsweise mit Ablenkung umgeht. Hannele hatte für den Abend eine kleine Show arrangiert, bei der die Teilnehmerinnen auftreten und füreinander tanzen konnten. Mein Kopf war auch beim Packen noch vernebelt und so musste ich feststellen, dass ich meine Kontaktlinsen vergessen hatte. Ich entschied mich aber dagegen, meine Brille aufzulassen, weil ich meine Duettpartnerin auch so sehen konnte, und wir tanzten dann einfach. Devi tanzte auch zweimal für uns. Zum einen bewies sie, dass man ATS auch als Solo tanzen kann, und zum anderen tanzte sie die Flamenco-Gypsy-Choreografie, die sie anderntags unterrichten würde. Dann schlug jemand vor, ob wir nicht einfach zusammen tanzen wollen. Phil Thorntons CD "Nexus Tribal" wurde eingelegt und dann tanzten wir Tänzerinnen aus allen Nationen einfach zusammen ATS! Es war fantastisch, so viel Spaß und vibrierende Energie im Raum! Viele von uns kannten sich vorher gar nicht aber es zeigte sich, dass Tanzen eine globale Sprache ist! Ich vergass sogar meine Erkältung und die vergessenen Kontaktlinsen, es war alles so einfach und selbstverständlich!
Meine Tanzschwester und ich konnten bei einer sehr lieben belgischen Tänzerin übernachten, wir waren am Ende auch wirklich müde und schliefen tief und lange. Zum Glück ging es am Sonntag mit den Workshops erst um 13 Uhr los und wegen diverser größerer Veranstaltung und dem Wochenendmarkt mussten wir auch eine Menge Umwege fahren und bekamen viel von Lüttich zu sehen dabei.
Devi begann damit, zu erläutern, wie man sich am besten auf das Tanzen langsamer Bewegungen vorbereitet und was es dabei zu beachten gibt. Ich liebe langsame Bewegungen und ihre "Unterwasser"-Qualität, wenn sie richtig mit der notwendigen Körper- und Muskelspannung ausgeführt werden. Devi hatte dazu ein paar Übungen parat, um sich dessen bewusst zu sein.
Danach zeigte sie und ATS-Schritte, die im kommenden Monat "offiziell" werden, langsame und schnelle Bewegungen. Sie ist eine sehr elegante Tänzerin, die deutlich von ihrem Flamenco-Hintergrund geprägt ist, was den Bewegungen auch diese Farbe gibt. Sie machen Spaß, sind wunderschön und können auch als Duettversion und zum Tanz im Kreis variiert werden.
Danach war es einfach genug für mich. Ich bin ein großer Fan von ATS und der dazu gehörenden Improvisation. Das und meine Erkältung bewogen mich dann, den letzten Workshop, Choreographie, auszulassen und mich auf den Heimweg zu machen. Ich kam spät genug zu Hause an und musste am Montag ja auch gleich arbeiten. Ich hatte genug Inspiration mit den tollen Bewegungen bekommen, die wir nun dem Repertoire unserer Gruppe hinzufügen wollen und so konnte ich den einen Workshop verschmerzen.
Es war gut, dass sich meine Erkältung nicht verschlimmert hatte und nach zwei Tagen im Büro began ja auch mein Urlaub! Nach einem Tag Entspannung packte ich schon wieder für ein volles ATS-Wochenende in Dillenburg, das mit einem Choli-Näh-Workshop am Donnerstag abend und einem Muskel-Guide-Workshop zu Floorwork am Freitag nachmittag begann. Dann war es wieder Zeit für Wendy Allen! Ich schwelge noch immer in Erinnerungen an das vergangene Wochenende und werde auch bald davon berichte