
Heute verließ ich das Büro ziemlich pünktlich, ich hatte einen Termin beim Notar, um einen Verein, den Tribal-D.A.CH-Verein, ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Ich bin eine der sieben Gründerinnen und die 1. Vorsitzende und als solche kümmere ich mich um die Formalien. Ich wurde in einen Besprechungsraum geführt und als der Notar herein kam und mir die Hand gab, sagte er: "Also eine kleine Vereinsregistrierung" oder sowas. Hmmm, nun, für mich ist das nicht "klein". Obwohl ich schon in verschiedenen Vereinen Mitglied - oft auch ein aktives Mitglied – war, habe ich noch nie einen gegründet und ich hatte keine rechte Vorstellung davon, wie viel Arbeit das wirklich bedeutet (eine Satzung aufsetzen, die Formalien, die kreative Anstrengung, Inhalte zu erarbeiten, Ideen zu entwickeln ... als ob mein Vollzeit-Job, mein Tribalstamm und das Leben allgemein mich nicht schon genug auf Trab hielten!).
Ich glaube, auch den anderen sechs war das nicht immer so klar... Eigentlich, wenn ich es so recht bedenke, kannten wir uns alle gar nicht so richtig, wir leben auch alle recht weit voneinander entfernt. Oder, um präziser zu sein: Einige wohnen näher beieinander und kennen sich besser, aber insgesamt sind wir schon ein gemischter Haufen.
Für mich begann alles mit meinen ersten Wendy Allen Workshops – so wie dieser Blog, meine große Liebe zu ATS etc., irgendwie hat es mein Leben verändert ... Jedenfalls, diesen Workshop hatte Gabriella organisiert, die Leiterin einer der ersten deutschen Tribalstämme, Neas Tribal, und ich traf dort einige ihrer Schülerinnen und einige Tänzerinnen aus dem hohen Norden und dem tiefen Süden und so einigen Orten zwischendrin. Eine davon machte ein Internetforum auf für Tänzerinnen mit einem echten Interesse an Tribal und ATS und dort kamen wir alle zusammen, diskutierten, teilten unser Wissen und, auch das ist leider wahr, beklagten häufig das Niveau von und Wissen über Tribal in Deutschland allgemein... Irgendwann kam die Idee auf, einen Verein zu gründen, der Tribal Style Belly Dance, ATS, Tribal Fusion in den Mittelpunkt stellt – ein Ort, um Wissen zu diesen Tanzformen zu sammeln und zu bündeln, zu überlegen, wie man die Qualität des Unterrichts darin verbessern kann, zum Netzwerken und so vielem mehr.
Wir trafen uns auch persönlich, zum Beispiel auf Workshops von Wendy, Martha, Kajira, Amy Sigill, Kami Liddle etc. und wir tanzten zusammen – ATS, weil das die Wurzel und die Basis von allem Tribal ist, wovon wir fest überzeugt sind – und daher können wir auch zusammen tanzen wenn wir uns mal treffen. Ich muss allerdings sagen, auch wenn Tanzen harte Arbeit ist, so macht es doch viel mehr Spaß! Einen Verein gründen und ins Leben zu rufen ist anstrengender – wir merkten bald, dass wir an einigen Punkten arbeiten mussten, wir nicht immer in allem einig waren etc. Aber wir haben es geschafft! Wir sind an dem Punkt angekommen, dass wir nun weitere Mitglieder einladen und aufnehmen, die Neuigkeiten zu Tribal verbreiten können, im echten Tribal-Spirit!
Als er die Papiere durch sah, las der Notar "Tribal Style Dance" und fragte, was das denn wäre, das hätte er noch nie gehört. Nun, das ist genau der Punkt ... aber wie darauf antworten in einem Satz, wenn das Gegenüber nicht die geringste Ahnung hat? Ich sagte, es sei eine aus dem Bauchtanz entstandene eigene Tanzform, die von außen etwas folkloristischer aussähe (häh?) und dachte: Höchste Zeit für den Verein, um diese Frage überflüssig zu machen ... also: Los geht's! Ihr findet uns bei www.tribaldach.de und www.myspace.com/tribaldach-verein.

*lach* hier schreibt der tiefe süden :) hey, das mit dem notar hast jetzt suuuuper gemacht! dankeeeee!!!!
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