
Mein Tribalstamm trainiert viel. Letzten Monat erst verbrachten wir wieder in Wochenende in Dillenburg in Gabriellas Tanzoase, um an einem ATS-Intensiv-Workshop von Martha Saunders teilzunehmen. Am ersten Tag wurden Basics und Basis-Kombos gedrillt, immer wieder wichtig. Am zweiten Tag gab es Stoff für die fortgeschritteneren ATS-Tänzerinnen, mit Spezialitäten wie Camel Walk passes und Stealing the Lead. Es war warm am Wochenende aber mich hatte eine schlimme Sommergrippe erwischt. Am zweiten Tag konnte ich weitgehend nur vom Sofa aus zuschauen, machte dafür aber reichlich Notizen.
Bei all dem Training und dem Üben möchten wir dann aber auch mal tanzen und haben einige Auftritte in unserer Gegend geplant. In diesem Jahr waren wir ja schon dabei bei den großen Orient-Tanz-Veranstaltungen in Hannover, der World of Orient und dem Internationalen Tribal Festival. Am Freitag der vorigen Woche hatten wir den ersten Auftritt in unserer Heimatstadt. Das war ja auch alles ganz schön aber ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche hinter mir, inklusive einem Video-Serien-Shooting am vorangegangenen Wochenende für meine Firma, und ich war total platt. Ich setzte mich erst mal hin, füllte die Bögen für die GEMA aus für die hiesige Universität, dann ab unter die Dusche und Nägel lackieren – ein guter Grund, um noch mal in Ruhe still zu sitzen und mich zu sammeln, bevor zwei meiner Tanzschwestern kommen, um sich bei mir fertig zu machen für den Auftritt am Abend. Dann fing ich schon mal mit meinem Make-Up an, denn das und die Frisur sind immer der schlimmste Teil der Auftrittsvorbereitungen für mich! Ich habe da weder genug Geduld noch Eitelkeit für...
Als ich mit meinem Make-Up fast fertig war, kam auch schon die erste Tanzschwester und schaute mir genau beim Herrichten der Haare zu, mit "Hamster" – das ist dieses künstliche Haarteil, wir machen unsere Haare immer noch so, wie Wendy es mir bei ihrem Haar-Workshop letztes Jahr gezeigt hat. Zwischenzeitlich traf auch die Dritte im Bunde mit ihrer Schwester ein und belegte mein Bad, um sich fertig zu machen, während wir zwei den Spiegel in meinem Schlafzimmer dazu nutzten. Drei Tribaltänzerinnen, die sich für einen Auftritt heraus putzen, brauchen eine Menge Platz!!!
Aber wir haben ja schon etwas Übung und brauchten nur eine gute Stunde. Wir trugen unsere neuen bunten Röcke und passenden Haarschmuck: Gelb, violett und hot pink. Dann packten wir uns alle in mein Auto und fuhren zur Uni, die zum Glück quasi bei mir um die Ecke liegt. Die Veranstaltung, Nacht der Klänge, hatte schon begonnen und etliche Besucher schauten schon, was es alles überall zu sehen gab. Wir holten uns erst mal an der zentralen Information unsere Anweisungen ab und fanden heraus, wo unsere Garderobe war. Umziehen mussten wir uns ja diesmal nicht, aber unsere Sachen einschließen wollten wir schon. Wir hatten auch an unsere Flyer gedacht, obwohl wir die noch extra wieder aus dem Auto holen mussten. Einige unserer Freunde waren auch schon da um uns zu sehen, Fotos zu machen und zu filmen. Es ist ja immer interessant, hinterher mal die Auftritte zu analysieren, zu sehen, welche kleinen und größeren Fehler wir so gemacht haben und was wir noch verbessern können.
Dann wurde es auch Zeit für die letzten Auftrittsvorbereitungen: Make-up-Check, ein bisschen Aufwärmen, die CD bereit halten, Zimbeln anstecken... Unsere Jüngste hatte diesen Auftritt organisiert und war für die Organisation verantwortlich und sie wurde immer nervöser, je näher der Moment kam. Ich merkte daran, dass ich schon so eine alte Häsin bin, die kaum noch richtig nervös ist und als es darum ging, uns spontan selbst anzumoderieren und dem Publikum kurz zu erklären, was wir machen werden, war ich mal wieder die Kandidatin dafür. Wir hatten aber einen Techniker vor Ort, der das Mikro und die Musik bediente und alles lief glatt. Wir konnten endlich tanzen! Wir hatten sehr viel Platz und genossen es! Nach unseren Auftritten als ATS-Duo in Hannover war es diesmal besonders schön, dass wir zu dritt tanzen und Dinge wie Fading und Dreier-Kombos einbauen konnten, und dem Publikum gefiel es auch. An einem heißen Tag ca. zwölf Minuten tanzen reicht völlig aber wenn es vorbei ist, kommt es uns immer so kurz vor. Was es im Vergleich zur Vorbereitung ja auch ist, aber über eine Stunde ohne Pause zu tanzen würde uns umbringen...
Nach unserem Auftritt wollten wir auch ein paar Fotos von uns machen lassen – aber nicht nur wir, sondern auch viele der Besucher! Anscheinend waren wir mit unserem prächtigen, farbigen Tribalkostümen eine Art Touristenattraktion, denn ziemlich viele Besucher wollten gerne mit uns fotografiert werden. Auch die hiesige Tageszeitung machte ein paar Fotos für ihre Online-Bildergalerie:
http://www.blogger.com/post-edit.g?blogID=5605419073140475504&postID=835175667656867366
Ich hatte mittlerweile richtig Hunger, musste da aber erst einmal freundlich lächelnd durch, bevor wir endlich mit unseren Freunden noch etwas trinken und ein Häppchen essen konnten. Und dann begann der entspannende Teil meines Wochenendes...

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