
Wenn ich schon bloggen will, sollte ich es aktuell und relativ häufig tun, ja ja ... aber erst mein Rückenproblem, dann eine Sommergrippe (3 Wochen lang!) und wahnsinnig viel Arbeit... irgendwie dann zwischendurch noch mal Notebook auf und bloggen ... nee, war nich... Nun ja. Kürzlich wurde ich an meine Bestellung der Show-DVDs des 3. Internationalen Tribalfestivals in Hannover erinnert, welches bereits am 28. + 29. Mai statt fand. Und das war ein wichtiges Datum für meinen Stamm, weil eine Tanzschwester und ich das Show-Bühnen-Debüt unserer Gruppe Ma'Ansari hingelegt haben!
Daher jetzt doch ein Rückblick. Und eine kleine Anmerkung: Das "3. Internationale Tribalfestival", da gab es kein erstes und zweites, streng genommen, denn diese Vorgänger hießen noch "Norddeutsches Tribaltreffen" und laufen in der Tribal-Szene, zumindest hier in den nördlicheren Gefilden, immer noch unter dem Kürzel "NDTT". Nun, die Organisatorin hatte diese Veranstaltung in der Tat größer ausgelegt als die Vorgänger, in denen jeweils ein berühmter Gaststar – beide Male Ariellah – den Magneten spielte und es am Freitag abend eine "Open Stage" für Nachwuchs-Tribalgruppen und Tribal-Fusion-Tänzerinnen gab. Diesmal gab es eine Menge großer Namen: Sashi, die Gothic-Tribal-Fusion-Grand Dame (nun, sie ist eher klein), und die Gothic-Tänzerin Tempest, die streng genommen gar keinen Tribal irgendwelcher Art, auch kein Tribal Fusion, tanzt, waren die zuerst angekündigten Gaststars. Dann kam noch der New Yorker Tribal Fusion-Star Fayzah dazu und die italienischen Les Soeurs Tribales. Und die "Open Stage" wurde zur "Le Grand Tribal Opening Show". Dafür hatte ich meinen Stamm angemeldet, zunächst ohne mir so richtig klar zu machen, dass das nicht mehr die "Open Stage" war, sondern eine richtige Abend-Show. Nun denn, war auch in Ordnung. Blöd nur, dass wir am Ende doch wieder nur als Duo tanzen konnten, ist ja für ATS etwas wenig... Aber die eine unserer Tanzschwestern war gerade zum ersten Mal Mutter geworden und hatte für einen Tribal-Auftritt nun so gar keinen "Kopp", wie man so sagt. Und eine andere hatte einfach zu viel Arbeit, um genug zu trainieren vorher. So ein Bühnenauftritt, das will na nun mal vorbereitet sein. Wir hatten dann sowieso noch mehr als genug Trainingsausfall, weil mein Rücken ja eine Weile lang gar nicht mitgespielt hatte und während des Festivals hatte ich immer noch Schmerzen...
Die Anfahrt nach Hannover war schon nervig: Baustellen auf der A2, Ferienbeginn oder so was ... ich kam eine gute Stunde später bei meiner Tanzschwester an als verabredet. Zum Glück hatten wir aber massig Zeit eingeplant, um uns zu schminken, Frisur zu bauen (Wendy lässt grüßen) und uns anzuziehen. Auch für eine Bühnenprobe hatten wir lässig Zeit. Für mich ist das Schlimmste immer das Schminken, dann die Haare - und wenn das fertig ist, kann ich mal so langsam entspannen und durchatmen vor dem Auftritt... Da bin ich so konzentriert, dass ich nicht viel von den anderen beiden Tribalgruppen, mit denen wir die Garderobe geteilt hatten, mitbekommen hatte. Leider hatte ich aber auch keine Zeit für den Basar oder irgendeine der Vorstellungen des Tribal-Variétés im Tribal Café. Dann hieß es auch schon rauf und auf die Bühne – tanzen zwischen Galatea und Tempest, Fusion und Gothic. Sicher abwechslungsreich für die Zuschauer, aber auch irgendwie "gemein"... nun ja, da mussten wir durch. Ging auch alles gut und unser erster echter Bühnenauftritt brachte uns viel Lob. Jedenfalls habe ich wohl trotz gelegentlichen Rückenziepens bei allen Bewegungen, die irgendwie einen leichten Twist hatten (aua, da gibt es einige), gestrahlt wie die Sonne, wie man mir sagte. Und damit tapfer gegen einen der hartnäckigsten, aber trotzdem falschen, Mythen über Tribal angekämpft: Dass man dabei finster gucken müsse. Hinterher ist die erste Reaktion dann immer Erleichterung, und dann endlich den Rest der Show entspannt zugucken. Und dann schon die ersten Tribal-Freundinnen und Bekannten treffen.
Am Samstag gab es noch eine Show, insgesamt also an zwei Tagen soooo viele schöne Auftritte! Obwohl, insgesamt extrem Fusion-lastig. Die einzigen ATS/Tribal-Impro-Vertreterinnen waren Martha Saunders mit Nea's Tribal, Nea's Tribal allein - und wir, Richtig toll fand ich: Shir o Shakar - immer wieder schön und immer wieder neu, dabei sich selber treu, ich bin einfach ein Fan!; Fayzah – mit einer echt klasse Robocat-Nummer, die sicher auch meiner Katze gefallen hätte; Elena Sapega – der sterbende Schwan in avangardistischem weißen Kostüm, die neue Trendfarbe, wie es scheint; Patricia – auch in weiß und mit typisch gutem Auftritt; Duud Murmand – mal wieder eine Gypsy-Nummer, diesmal aber Burlesque-versetzt, temperamentvoll und komisch. Auch sehr schön: Perlatentia – gut, mit abwechslungsreichem Zimbelspiel; Les Soeurs Tribal – teils teils, großartig bis – äh, bissi überkandidelt; Fire mit toller Robo-Nummer; Mariam al Rashi – solider, schöner Tribal-Fusion; Martina Crowe. Die schräge Nummer: Ein Rokoko-Trio von Vox Alba, einem Off-Spin von Tribe Akasha - dass die eine davon mittendrin böse hingeknallt ist, hat der Nummer letzten Endes nicht sehr geschadet, und sie stand ja tapfer wieder auf... das Publikum hielt erschrocken den Atem an. Die Gaststars Sashi und Tempest haben mich leider gar nicht überzeugt. Und es gab auch die nicht immer ganz gelungenen Nummern, die für mich unter "orientalischer Tanz im Tribal-Fusion-Kostüm" fallen, Tribal-Gruppen in tollen Kostümen, aber ohne richige Tribal-Haltung ... nun ja, es war ein umfangreiches Programm mit vielen Eindrücken. Über diejenigen in unserem Set kann ich nichts berichten, die habe ich leider nicht sehen können...
Am zweiten Tag absolvierte ich am Vormittag den einzigen Workshop, für den ich mich diesmal angemeldet hatte – mehr hätte mein Rücken auch nicht zugelassen: Isarmas Muscle Guide Workshop war wirklich sehr interessant und erhellend, kann ich nur empfehlen! Bzw. werde ich bei nächster Gelegenheit mal in der Langfassung mitmachen!
Dann hatte ich endlich auch mal Zeit fürs Quatschen mit anderen Tribaletten, Shoppen im Bazar und das Tribal-Variété, wo sich auch viel Nachwuchs präsentierte: Da waren viel Jungstarlets dabei, also, au weia, ich hoffe nur, die bleiben gesund und tun sich nicht weh mit diesen halsbrecherischen Backbend-Versuchen und der Idee, dabei noch Rachel Brice übertreffen zu müssen!!!
Dann abends wieder Show und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen! Die Zeit war mal wieder viel zu kurz ... leider ... und zu Hause, bevor ich müde ins Bett fiel, bekam ich doch noch mit: Lena gewann den Eurovision Song Contest, der für mich immer noch Grand Prix heißt (Grand Prix de la Chanson d'Eurovision, bin halt ein älteres Semester) und das Sommermärchen konnte beginnen!

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