Samstag, 24. Juli 2010

Auftritt in der Heimatstadt


Mein Tribalstamm trainiert viel. Letzten Monat erst verbrachten wir wieder in Wochenende in Dillenburg in Gabriellas Tanzoase, um an einem ATS-Intensiv-Workshop von Martha Saunders teilzunehmen. Am ersten Tag wurden Basics und Basis-Kombos gedrillt, immer wieder wichtig. Am zweiten Tag gab es Stoff für die fortgeschritteneren ATS-Tänzerinnen, mit Spezialitäten wie Camel Walk passes und Stealing the Lead. Es war warm am Wochenende aber mich hatte eine schlimme Sommergrippe erwischt. Am zweiten Tag konnte ich weitgehend nur vom Sofa aus zuschauen, machte dafür aber reichlich Notizen.

Bei all dem Training und dem Üben möchten wir dann aber auch mal tanzen und haben einige Auftritte in unserer Gegend geplant. In diesem Jahr waren wir ja schon dabei bei den großen Orient-Tanz-Veranstaltungen in Hannover, der World of Orient und dem Internationalen Tribal Festival. Am Freitag der vorigen Woche hatten wir den ersten Auftritt in unserer Heimatstadt. Das war ja auch alles ganz schön aber ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche hinter mir, inklusive einem Video-Serien-Shooting am vorangegangenen Wochenende für meine Firma, und ich war total platt. Ich setzte mich erst mal hin, füllte die Bögen für die GEMA aus für die hiesige Universität, dann ab unter die Dusche und Nägel lackieren – ein guter Grund, um noch mal in Ruhe still zu sitzen und mich zu sammeln, bevor zwei meiner Tanzschwestern kommen, um sich bei mir fertig zu machen für den Auftritt am Abend. Dann fing ich schon mal mit meinem Make-Up an, denn das und die Frisur sind immer der schlimmste Teil der Auftrittsvorbereitungen für mich! Ich habe da weder genug Geduld noch Eitelkeit für...

Als ich mit meinem Make-Up fast fertig war, kam auch schon die erste Tanzschwester und schaute mir genau beim Herrichten der Haare zu, mit "Hamster" – das ist dieses künstliche Haarteil, wir machen unsere Haare immer noch so, wie Wendy es mir bei ihrem Haar-Workshop letztes Jahr gezeigt hat. Zwischenzeitlich traf auch die Dritte im Bunde mit ihrer Schwester ein und belegte mein Bad, um sich fertig zu machen, während wir zwei den Spiegel in meinem Schlafzimmer dazu nutzten. Drei Tribaltänzerinnen, die sich für einen Auftritt heraus putzen, brauchen eine Menge Platz!!!

Aber wir haben ja schon etwas Übung und brauchten nur eine gute Stunde. Wir trugen unsere neuen bunten Röcke und passenden Haarschmuck: Gelb, violett und hot pink. Dann packten wir uns alle in mein Auto und fuhren zur Uni, die zum Glück quasi bei mir um die Ecke liegt. Die Veranstaltung, Nacht der Klänge, hatte schon begonnen und etliche Besucher schauten schon, was es alles überall zu sehen gab. Wir holten uns erst mal an der zentralen Information unsere Anweisungen ab und fanden heraus, wo unsere Garderobe war. Umziehen mussten wir uns ja diesmal nicht, aber unsere Sachen einschließen wollten wir schon. Wir hatten auch an unsere Flyer gedacht, obwohl wir die noch extra wieder aus dem Auto holen mussten. Einige unserer Freunde waren auch schon da um uns zu sehen, Fotos zu machen und zu filmen. Es ist ja immer interessant, hinterher mal die Auftritte zu analysieren, zu sehen, welche kleinen und größeren Fehler wir so gemacht haben und was wir noch verbessern können.

Dann wurde es auch Zeit für die letzten Auftrittsvorbereitungen: Make-up-Check, ein bisschen Aufwärmen, die CD bereit halten, Zimbeln anstecken... Unsere Jüngste hatte diesen Auftritt organisiert und war für die Organisation verantwortlich und sie wurde immer nervöser, je näher der Moment kam. Ich merkte daran, dass ich schon so eine alte Häsin bin, die kaum noch richtig nervös ist und als es darum ging, uns spontan selbst anzumoderieren und dem Publikum kurz zu erklären, was wir machen werden, war ich mal wieder die Kandidatin dafür. Wir hatten aber einen Techniker vor Ort, der das Mikro und die Musik bediente und alles lief glatt. Wir konnten endlich tanzen! Wir hatten sehr viel Platz und genossen es! Nach unseren Auftritten als ATS-Duo in Hannover war es diesmal besonders schön, dass wir zu dritt tanzen und Dinge wie Fading und Dreier-Kombos einbauen konnten, und dem Publikum gefiel es auch. An einem heißen Tag ca. zwölf Minuten tanzen reicht völlig aber wenn es vorbei ist, kommt es uns immer so kurz vor. Was es im Vergleich zur Vorbereitung ja auch ist, aber über eine Stunde ohne Pause zu tanzen würde uns umbringen...

Nach unserem Auftritt wollten wir auch ein paar Fotos von uns machen lassen – aber nicht nur wir, sondern auch viele der Besucher! Anscheinend waren wir mit unserem prächtigen, farbigen Tribalkostümen eine Art Touristenattraktion, denn ziemlich viele Besucher wollten gerne mit uns fotografiert werden. Auch die hiesige Tageszeitung machte ein paar Fotos für ihre Online-Bildergalerie:

http://www.blogger.com/post-edit.g?blogID=5605419073140475504&postID=835175667656867366


Ich hatte mittlerweile richtig Hunger, musste da aber erst einmal freundlich lächelnd durch, bevor wir endlich mit unseren Freunden noch etwas trinken und ein Häppchen essen konnten. Und dann begann der entspannende Teil meines Wochenendes...

Donnerstag, 15. Juli 2010

3. Internationale Tribalfestival Hannover 2010


Wenn ich schon bloggen will, sollte ich es aktuell und relativ häufig tun, ja ja ... aber erst mein Rückenproblem, dann eine Sommergrippe (3 Wochen lang!) und wahnsinnig viel Arbeit... irgendwie dann zwischendurch noch mal Notebook auf und bloggen ... nee, war nich... Nun ja. Kürzlich wurde ich an meine Bestellung der Show-DVDs des 3. Internationalen Tribalfestivals in Hannover erinnert, welches bereits am 28. + 29. Mai statt fand. Und das war ein wichtiges Datum für meinen Stamm, weil eine Tanzschwester und ich das Show-Bühnen-Debüt unserer Gruppe Ma'Ansari hingelegt haben!

Daher jetzt doch ein Rückblick. Und eine kleine Anmerkung: Das "3. Internationale Tribalfestival", da gab es kein erstes und zweites, streng genommen, denn diese Vorgänger hießen noch "Norddeutsches Tribaltreffen" und laufen in der Tribal-Szene, zumindest hier in den nördlicheren Gefilden, immer noch unter dem Kürzel "NDTT". Nun, die Organisatorin hatte diese Veranstaltung in der Tat größer ausgelegt als die Vorgänger, in denen jeweils ein berühmter Gaststar – beide Male Ariellah – den Magneten spielte und es am Freitag abend eine "Open Stage" für Nachwuchs-Tribalgruppen und Tribal-Fusion-Tänzerinnen gab. Diesmal gab es eine Menge großer Namen: Sashi, die Gothic-Tribal-Fusion-Grand Dame (nun, sie ist eher klein), und die Gothic-Tänzerin Tempest, die streng genommen gar keinen Tribal irgendwelcher Art, auch kein Tribal Fusion, tanzt, waren die zuerst angekündigten Gaststars. Dann kam noch der New Yorker Tribal Fusion-Star Fayzah dazu und die italienischen Les Soeurs Tribales. Und die "Open Stage" wurde zur "Le Grand Tribal Opening Show". Dafür hatte ich meinen Stamm angemeldet, zunächst ohne mir so richtig klar zu machen, dass das nicht mehr die "Open Stage" war, sondern eine richtige Abend-Show. Nun denn, war auch in Ordnung. Blöd nur, dass wir am Ende doch wieder nur als Duo tanzen konnten, ist ja für ATS etwas wenig... Aber die eine unserer Tanzschwestern war gerade zum ersten Mal Mutter geworden und hatte für einen Tribal-Auftritt nun so gar keinen "Kopp", wie man so sagt. Und eine andere hatte einfach zu viel Arbeit, um genug zu trainieren vorher. So ein Bühnenauftritt, das will na nun mal vorbereitet sein. Wir hatten dann sowieso noch mehr als genug Trainingsausfall, weil mein Rücken ja eine Weile lang gar nicht mitgespielt hatte und während des Festivals hatte ich immer noch Schmerzen...

Die Anfahrt nach Hannover war schon nervig: Baustellen auf der A2, Ferienbeginn oder so was ... ich kam eine gute Stunde später bei meiner Tanzschwester an als verabredet. Zum Glück hatten wir aber massig Zeit eingeplant, um uns zu schminken, Frisur zu bauen (Wendy lässt grüßen) und uns anzuziehen. Auch für eine Bühnenprobe hatten wir lässig Zeit. Für mich ist das Schlimmste immer das Schminken, dann die Haare - und wenn das fertig ist, kann ich mal so langsam entspannen und durchatmen vor dem Auftritt... Da bin ich so konzentriert, dass ich nicht viel von den anderen beiden Tribalgruppen, mit denen wir die Garderobe geteilt hatten, mitbekommen hatte. Leider hatte ich aber auch keine Zeit für den Basar oder irgendeine der Vorstellungen des Tribal-Variétés im Tribal Café. Dann hieß es auch schon rauf und auf die Bühne – tanzen zwischen Galatea und Tempest, Fusion und Gothic. Sicher abwechslungsreich für die Zuschauer, aber auch irgendwie "gemein"... nun ja, da mussten wir durch. Ging auch alles gut und unser erster echter Bühnenauftritt brachte uns viel Lob. Jedenfalls habe ich wohl trotz gelegentlichen Rückenziepens bei allen Bewegungen, die irgendwie einen leichten Twist hatten (aua, da gibt es einige), gestrahlt wie die Sonne, wie man mir sagte. Und damit tapfer gegen einen der hartnäckigsten, aber trotzdem falschen, Mythen über Tribal angekämpft: Dass man dabei finster gucken müsse. Hinterher ist die erste Reaktion dann immer Erleichterung, und dann endlich den Rest der Show entspannt zugucken. Und dann schon die ersten Tribal-Freundinnen und Bekannten treffen.

Am Samstag gab es noch eine Show, insgesamt also an zwei Tagen soooo viele schöne Auftritte! Obwohl, insgesamt extrem Fusion-lastig. Die einzigen ATS/Tribal-Impro-Vertreterinnen waren Martha Saunders mit Nea's Tribal, Nea's Tribal allein - und wir, Richtig toll fand ich: Shir o Shakar - immer wieder schön und immer wieder neu, dabei sich selber treu, ich bin einfach ein Fan!; Fayzah – mit einer echt klasse Robocat-Nummer, die sicher auch meiner Katze gefallen hätte; Elena Sapega – der sterbende Schwan in avangardistischem weißen Kostüm, die neue Trendfarbe, wie es scheint; Patricia – auch in weiß und mit typisch gutem Auftritt; Duud Murmand – mal wieder eine Gypsy-Nummer, diesmal aber Burlesque-versetzt, temperamentvoll und komisch. Auch sehr schön: Perlatentia – gut, mit abwechslungsreichem Zimbelspiel; Les Soeurs Tribal – teils teils, großartig bis – äh, bissi überkandidelt; Fire mit toller Robo-Nummer; Mariam al Rashi – solider, schöner Tribal-Fusion; Martina Crowe. Die schräge Nummer: Ein Rokoko-Trio von Vox Alba, einem Off-Spin von Tribe Akasha - dass die eine davon mittendrin böse hingeknallt ist, hat der Nummer letzten Endes nicht sehr geschadet, und sie stand ja tapfer wieder auf... das Publikum hielt erschrocken den Atem an. Die Gaststars Sashi und Tempest haben mich leider gar nicht überzeugt. Und es gab auch die nicht immer ganz gelungenen Nummern, die für mich unter "orientalischer Tanz im Tribal-Fusion-Kostüm" fallen, Tribal-Gruppen in tollen Kostümen, aber ohne richige Tribal-Haltung ... nun ja, es war ein umfangreiches Programm mit vielen Eindrücken. Über diejenigen in unserem Set kann ich nichts berichten, die habe ich leider nicht sehen können...

Am zweiten Tag absolvierte ich am Vormittag den einzigen Workshop, für den ich mich diesmal angemeldet hatte – mehr hätte mein Rücken auch nicht zugelassen: Isarmas Muscle Guide Workshop war wirklich sehr interessant und erhellend, kann ich nur empfehlen! Bzw. werde ich bei nächster Gelegenheit mal in der Langfassung mitmachen!
Dann hatte ich endlich auch mal Zeit fürs Quatschen mit anderen Tribaletten, Shoppen im Bazar und das Tribal-Variété, wo sich auch viel Nachwuchs präsentierte: Da waren viel Jungstarlets dabei, also, au weia, ich hoffe nur, die bleiben gesund und tun sich nicht weh mit diesen halsbrecherischen Backbend-Versuchen und der Idee, dabei noch Rachel Brice übertreffen zu müssen!!!

Dann abends wieder Show und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen! Die Zeit war mal wieder viel zu kurz ... leider ... und zu Hause, bevor ich müde ins Bett fiel, bekam ich doch noch mit: Lena gewann den Eurovision Song Contest, der für mich immer noch Grand Prix heißt (Grand Prix de la Chanson d'Eurovision, bin halt ein älteres Semester) und das Sommermärchen konnte beginnen!