Montag, 26. April 2010

Muskeln und Isolationen

Endlich ist der Frühling angekommen! Nach diesem ewig langen Winter und den Versuchen einiger Leute und Institutionen, ihn herbei zu reden... Eine dieser Institutionen ist meine Tageszeitung. Die startete vor einer Weile eine Serie zu Gesundheitstipps, um sich für Frühling und Sommer in Form zu bringen. Verschiedene Reporter nahmen an diversen Kursen teil, z. B. Yoga, Pilates, Nordic Walking, Body Pump ... ja, und auch ein Tanzkurs war dabeil. Der betreffende Reporter nahm an einer Tanzstunde für Standardtänze teil und stellte hinterher fest, dass er von einigen seiner verkaterten Muskeln gar nicht wusste, dass er sie hatte...

Nun ja, Tanzen ist halt nicht nur Rumhüpfen und ein bisschen wackeln. Es macht in erster Linie Spaß, sich zu Musik zu bewegen und darüber vergessen viele Leute, dass sie dazu Kondition brauchen, um es länger durchzuhalten. Wenn sie ernsthaft und richtig tanzen wollen, brauchen sie dazu Muskeln. Und wenn sie irgendeine Art Bauchtanz machen wollen, auch Tribal, dann müssen sie lernen, ihre Muskeln isoliert einzusetzen.

Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie schwierig ich mich mit einigen der Bauchtanzbewegungen am Anfang tat. Als ich anfing, war ich schon in meinen Dreißigern. Ich war immer irgendwie sportlich aktiv, mit Fitness, Reiten etc. Aber Bauchtanz war seinerzeit eine ganz andere Art der Herausforderung. Brustkreise waren ein echtes Mysterium. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich die Muskeln als Motor dafür finden sollte. Schulterschimmies fand ich noch schwieriger – ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass ich das mal im schnellen Tempo können könnte. Und dabei mit nix anderem wackeln dabei, die Hüften still halten oder etwas anderes machen lassen schien mir damals unmöglich. Es ist eben nicht einfach bei einer Arbeit, bei der man hauptsächlich sitzt, liest und schreibt... Aber ich gab nicht auf. Ich fand die Muskeln und sie dazu zu bringen, isoliert zu arbeiten brachte mir Muskelkater ein. Aber irgendwann war es dann okay und konnte bei meinen Schülerinnen den gleichen Prozess beobachten. Und es war dann sehr schön, die Tribal-Schulterschimmie-Triplets quasi sofort zu können, Jahre später. All dieses Ausprobieren, arbeiten und das Gefühl für die eigene Muskelarbeit zu entwickeln hatte sich bezahlt gemacht!

Beim ATS ist das durchgängige Einhalten der Haltung die größte Herausforderung, wie ich ja schon so oft geschrieben habe. Richtig isolierte Hüft- und Brustarbeit wird dadurch wunderbar sichtbar - wenn auch die Haltung stimmt. Und ja, das ist Arbeit für die Muskeln! Also fit in den Frühling!

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