Montag, 29. März 2010

ATS Coaching mit Martha


Wow, ich habe wieder mal eins dieser verrückten Wochenenden gehabt! Ich meine, nach einer prall gefüllten Arbeitswoche habe ich nichts anderes zu tun als dann noch ein intensives ATS Coaching mit Martha Saunders, seit 8 Jahren Schülerin und Tänzerin bei FatChanceBellyDance, für meinen Stamm Ma'Ansari zu organisieren! Ein erholsames Wochenende war das also nicht!

Ich traf Martha vor anderthalb Jahren, als ich zum ersten Mal einen Workshop von Wendy Allen / FCBD besuchte. Martha war als Wendys Tanzassistentin dabei und ich war nachhaltig beeindruckt von ihrer durchweg königlichen Haltung und der majestätischen Aura, die von ihr ausging, auch, wenn die Aufmerksamkeit mal nicht auf sie gerichtet war. Sie blieb stets in der ATS Haltung und war der lebende Beweis dafür, dass eben diese Haltung Kern und Herz des ATS Tribal-Tanzes ist.

Wir hatten schon damals die Idee, dass Martha mal zu uns kommt und und unterrichtet, und nun war die Zeit gekommen. In der Zwischenzeit war Martha Mutter eines sehr süßen Babys, Otto, geworden. Da sie gerade allein erziehende Mami ist, musste sie Otto natürlich mitbringen. Sie war über das Wochenende mein Gast und da wir am Samstag morgen um 11 Uhr mit dem Coaching anfingen, mussten wir früh aufstehen, damit auch Otto noch gut versorgt werden konnte ... und wie ich ja schon erwähnte, bin ich von Natur aus alles andere als eine Frühaufsteherin...

Wir trafen uns alle im Trainingsraum des Wochenendes, den eine Stammesschwester organisiert hatte und wir hatten Kaffee, Obst und Snacks zur Stärkung dabei. Martha arbeitete mit uns an unserer Haltung und korrekten Hand-Floreos, bevor sie mit uns die langsamen ATS-Elemente durchging. Da sind sooo viele wichtige Details zu beachten, um diese Elemente wirklich eindrucksvoll, dramatisch und kraftvoll zu tanzen! Wir gingen damit weiter in Duette und sogar die "Duelling Duets" – wow, da gibt viel zu tun für uns: Von der Haltung über die richtige Ausführung der Elemente bis hin zur andauernden Dynamik der Duelling Duets mit Passes, Positionswechseln und dem Ein- und Ausleiten der Duelling Duets ... dazu müssen die Tänzerinnen ständig aufmerksam miteinander kommunizieren, was viel Spaß macht - den Tänzerinnen und dem Publikum!

Dann ging es mit den schnellen Elementen weiter und wir arbeiteten mit komplexen Combos wie dem berühmt-berüchtigten A-SWAT (Arabic Shimmy with Arms and Turns - siehe Foto), mit dem es auch ins Faden und in den Kreis geht. So schön und dynamisch und dabei sehr anspruchsvoll ... Und da ich gerade das Faden ansprach: Da gibt es auch ein paar Regeln, die wir noch nicht kannten, und ein paar richtig nette Dinge, die man mit Faden machen kann. Wir hatten eine Wunschliste mit Elementen, die wir genauer anschauen wollten und zu denen wir Fragen hatten oder die noch nicht detailliert in den von uns besuchten Workshops unterrichtet worden waren, wie z. B. der Up-Up-Down-Down-Down und einige Elemente der Arabic- und Pivot-Bump-Familie. Die übten wir unter Marthas Anleitung.

Natürlich mussten wir in der ganzen Zeit unsere Haltung durchhalten (bzw. es zumindest versuchen) und nach vier Stunden machten sich unsere müden Muskeln bemerkbar und uns schwirrten die Köpfe. Wir erholten uns dann alle kurz zu Hause und machten uns frisch, bevor wir uns und Martha mit einem leckeren Abendessen in einem gemütlichen hiesigen arabischen Restaurant belohnten.

Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen für die zweite Runde unseres ATS Coachings. Wir fühlten uns alle ein bisschen älter mit unserem Muskelkater ... aber wir hatten es ja so gewollt! Wir wiederholten unsere langsamen Elemente und achteten diesmal besonders darauf, die Elemente im Fluss zu tanzen und den Torso Twist korrekt mit angehobener Brust auszuführen. Wir gingen noch mal das Konzept der Duelling Duets durch und erarbeiteten weitere schnelle Elemente. Martha zeigte uns, wie wir am besten die Calibrated Spins üben und wie wir sie bei Fades einsetzen können – das werden wir uns besonders merken, weil wir uns im Anschluss an die diesjährige World of Orient in Hannover ganz tolle Röcke bestellt haben, mit denen wir bei diesen Combos angeben können! Ach ja, zur World of Orient habe ich noch jede Menge zu erzählen und da ich gerade Urlaub habe, finde ich hoffentlich auch die Zeit dazu!

Zuletzt übten wir noch verschiedene Möglichkeiten von Passes mit schnellen und langsamen Bewegungen, und wie man damit im Kreis arbeiten kann. Wir lernten, wie man langsame Elemente wie den Propeller, Corkscrew und Barrel Turn im Kreis einsetzen kann und wir bekamen das Konzept des Passing durch den Kreis gezeigt. Dabei kann man die Führung wechseln oder sogar sowohl Führung als auch den "Performance Angle", die Ausrichtung der Tänzerinnen auf der Tanzfläche. Letzteres ist besonders dann schön, wenn die Tänzerinnen das Publikum nicht direkt vor sich haben, sondern im Halbkreis oder ganz um sich herum.

Am Ende waren wir ziemlich erschöpft von unserem Bemühen um die ATS-Haltung und unsere Köpfe rauchten noch gewaltiger von all den tollen Möglichkeiten, die man mit ATS beim Tanzen hat! Wir haben auf jeden Fall jede Menge Inspiration für unser Training und einige Nüsse zu knacken (Faden mit dem Sunanda - nun, das wird eine Herausforderung...).

Jetzt bin ich wirklich froh, mich durch dieses Wochenende gearbeitet zu haben und bin wirklich dankbar dafür, dass ich Tribalschwestern gefunden habe, die genau so begeistert von dieser Tanzform sind wie ich! Wie Martha mir sagte, gibt es auch unter den FCBD-Schülerinnen viele, die nicht lange dabei bleiben, weil es ihnen zu lange dauert, bis die Elemente, Combos und Konzepte so richtig sitzen - denn das dauert, bis man das richtig kann! Viele Tänzer und Tänzerinnen haben nicht die Geduld und das Durchhaltevermögen, um so lange mit diesen Elementen zu arbeiten und daher bin ich wirklich froh dass ich Freundinnen gefunden haben, die diesen Tanz mit mir weiter erkunden.

Und natürlich kann ich jeder Tribaltänzerin in Deutschland, die Interesse an erstklassigem ATS Unterricht aus erster Hand einer FCBD-Tänzerin hat, empfehlen: Martha buchen! Sie ist in Deutschland aktiv und steht für Privatunterricht und Workshops zu Verfügung! (Sie hat noch keine offizielle Website aber wenn Ihr Interesse habt, fragt mich ruhig!)

Nachdem ich Martha und Baby Otto, der wirklich die ganze Zeit lieb und geduldig war, während wir uns anstrengten und tanzten, zum Zug gebracht hatte, nahm ich ein entspannendes Bad und besuchte dann eine Orientalische Tanzgala, die von der besten Profi-Tänzerin unserer Gegend, Verazahd, veranstaltet wurde. In der Show gab es keinen Tribal und kein Tribal Fusion, dafür aber einige wunderschöne orientalische Fantasy-Nummern und viel erdigen klassischen Raks Sharqi und Folklore-Tänze. Verazahd hatte mir angeboten, meine orientalischen Kostüme und Zubehör über den der Show angeschlossenen Second-Hand-Bazar verkaufen zu lassen und einige meiner Sachen wurden verkauft. Ich gab das Geld gleich wieder für einen schweren marokkanischen Tribal-Kopfschmuck aus, den eine andere Tänzerin verkaufte ... mein viertes oder fünftes Teil dieser Art, naja... Es war ein passender schöner Abschluss dieses Tanz-Wochenendes mit dem Wissen, dass ich ja am nächsten Morgen ausschlafen kann und Urlaub habe! Und ich freue mich schon aufs nächste ATS-Training diese Woche!

Dienstag, 9. März 2010

Tanzen macht glücklich



... und kann sogar dein Leben verändern. Das jedenfalls ist die Lebenserkenntnis von Royston Maldoom, der genau das in seinem Film "Rhythm is It!" gezeigt hat. Leider habe ich den noch nicht gesehen, denn wenn ich mal Zeit habe fürs Kino, dann läuft entweder nichts, das mich reizt, oder aber so viel Interessantes, dass ich es nicht schaffe, alle Filme zu sehen, solange sie laufen. Sei's drum. Heute morgen las ich in der Zeitung, dass morgen Royston Maldooms Biografie in Deutschland heraus kommt. Dazu gab es einen kurzen Artikel, in dem auch erwähnt wurde, dass Tanzen glücklich macht und das Leben verändern kann. Das Buch ist schon auf meiner Leseliste:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3100473906/ref=ord_cart_shr?_encoding=UTF8&m=A3JWKAKR8XB7XF

Starker Tobak, dieses Verändern eines Lebens. Was das glücklich machen angeht, das stimmt natürlich. Wenn ich auf die letzten Wochen zurück blicke, da hatte ich extrem viel um die Ohren, einige Lebensbereiche machten Sorgen, die Arbeit. Ich war auch viel unterwegs und hatte keine Zeit, zu schreiben. Was das Tanzen betrifft, so steht bei uns Training zwei Mal pro Woche auf dem Plan, um mich mit einer Tanzschwester für unseren Auftritt im Rahmenprogramm der diesjährigen World of Orient in Hannover vorzubereiten. Wie mein Chef immer zu sagen pflegt: "Weihnachten kommt immer so plötzlich," und das gilt wohl auch für Auftritte. Bei der Planung und Zusage sind sie noch Lichtjahre in der Zukunft, und auf einmal stehen sie unmittelbar bevor. Und dann stellen wir fest: Eine von uns ist schwanger und mit den Nebenwirkungen und Vorbereitungen vollauf beschäftigt, und unser Neuzugang wird seit einiger Zeit so heftig mit Aufträgen überhäuft, dass sie es nur einmal pro Woche zum Training schafft. Das reicht aber momentan noch nicht für einen Bühnenauftritt und so mussten wir umkonzipieren von ATS Gruppenimprovisation auf ATS Power Duet. Mit der verbliebenen Tanzschwester hatte ich das noch nicht so intensiv geübt und es brauchte ein Weilchen, bis wir synchron und aufeinander eingestellt waren und die Kommunikation, z. B. darüber, wer nun führt, gut klappte. Zunächst verursachte mir das den berühmten Stress: Zu wenig Zeit zum Üben und Vorbereiten, zum Konzentrieren, zu viel auf einmal los, lange arbeiten, schnell nach Hause und etwas zu Essen fassen und die Tanzklamotten auch, bevor zum Training gehetzt wurde... Und dann das Wunder: Wir wärmten uns auf und ließen dabei den Tag und seinen Ärger los. Wir machen die Musik an und der Tanz nimmt uns in Besitz. Wir werden synchron und es macht soooo viel Spaß! Und zack! ist die Zeit herum! Wir gehen glücklich und gehobener Stimmung nach Hause! Das funktioniert jedes Mal! Erstaunlich!

Was den lebensverändernden Teil angeht ... nun. Als ich orientalischen Tanz lernte und auch lehrte, konnte ich bei vielen Frauen, die zum Unterricht kamen, bemerkenswerte Veränderungen beobachten. Einige fühlten sich zunächst nicht wohl und waren nur da, weil ihr Frauenarzt es ihnen empfohlen hatte. Einige kamen in Sportausrüstung, die für Leichtathletik besser geeignet war. Einige waren schüchtern, versteckten sich hinten und waren weg, sobald die Stunde rum war. Nach einiger Zeit fühlten sie sich wohl, waren selbstbewusst und definierten für sich das Frau sein neu. Sie kamen in Röcken, auch mal in die vorderen Reihen und hätten am Ende der Stunde gerne noch weiter gemacht. Das gibt es sicher im Tribal Dance auch, da bin ich sicher. Wie bedeutend diese Veränderungen wirklich waren - wer weiß? Ich finde das jedenfalls faszinierend... Heute abend jedenfalls werde ich wieder glücklich sein: Power Duet Training steht an!