Diesen Blog führe ich seit Oktober auf meiner mySpace-Seite www.myspace.com/Alrishastar und will es jetzt einmal hier ausprobieren ... daher habe ich jetzt alles mal mitgenommen. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Der große Auftritt (13. Dezember 2009)
In der Vorweihnachtszeit ist es schwierig, Zeit und Muße zum Schreiben zu finden... Es ist jetzt schon über eine Woche her, dass meine Gruppe und ich einer Tanzschwester den Wunsch erfüllten und für sie, ihren Bräutigam und ihre Gäste tanzten. Es war außerdem das Debüt für unser neues Mitglied als Tribaltänzerin. Ein Auftritt ist eigentlich das, worauf das ganze Training zuläuft. Was nicht heißen soll, dass Training nur Arbeit ist und keinen Spaß machen darf – im Gegenteil! ATS tanzen – improvisieren und dabei ständig mit den anderen kommunizieren ist der reinste Spaß! Ich kann einen anstrengenden Tag im Büro gehabt haben, eine schlechte Nachricht erhalten, vom Wetter deprimiert sein oder sonst was ... aber wenn wir tanzen, ist das alles wie weggeblasen und ich lächle und lache von selbst. Aber während es im Training viel ums Ausprobieren geht, um die Wiederholung und den Feinschliff der Technik, um die Planung für das weitere Vorgehen etc., ist ein Auftritt einfach nur das, mit einem klaren Fokus auf das Tanzen für ein Publikum. Dann verstärkt sich die Energie, die beim Tanzen von ATS innerhalb der Gruppe entsteht, mit der im Publikum entstehenden Energie, seine Erwartung, Konzentration, Verzauberung (im besten Fall), sein Genießen unseres Tanzes (die Drehungen, Spins, Passes...). Das ist es, mit dem Fluss der Energie schwimmen... Aber, wie gesagt, der Tanzauftritt steht am Ende eines vorangegangenen Prozesses – so sollte es zumindest sein. Das Training zum Beispiel, denn wir wollen das Publikum ja nicht mit schlechter Technik, chaotischer Kommunikation, Einfallslosigkeit und Fehlern langweilen. Es möchte uns ja nicht beim Arbeiten und Konzentrieren zuschauen. Unser Tanz muss ganz gelöst und leicht erscheinen, wir selbst müssen unseren Tanz genießen, ganz ohne Stress, damit der Auftritt seine Wirkung entfalten kann. Um dahin zu kommen, muss die Vorbereitung stimmen. Wir tanzen ATS, also gibt es keine Choreographien. Aber wir suchen die Musik für den Anlass aus: Wie lange wollen wir tanzen, wie die Aufmerksamkeit des Publikums halten und die Spannung steigern? Wie wollen wir den Auftritt beenden? Was wollen wir anziehen? Wir sind eine Gruppe und sollten auch so aussehen, nicht wie eine zufällig zusammengewürftelte Truppe.
In diesem Fall entschieden wir uns dafür, unsere Haare so zurecht zu machen, wie Wendy es mir im Workshop im Oktober gezeigt hat. Wir hatten das nur einmal ausprobiert, bei unserer Haarparty, über die ich vor einer Weile berichtet hatte. Da ich weiß, dass ich ziemlch langsam bin und mich nicht von einer engen Zeitplanung stressen lassen möchte, hatte ich meine Haare bereits mit "Tribble", Schal und Blumen zu Hause fertig gemacht, bevor ich zur Feier fuhr. Da ich unterwegs noch Katzenfutter beim Aldi kaufen musste, wurde ich dabei von einigen staunenden Blicken der anderen Einkaufenden bedacht...
Außerdem mache ich auch gerne mein Make-Up zu Hause schon fertig, weil ich auch dazu Zeit und Ruhe brauche und es meistens am Ort des Auftritts nicht genug Platz vor dem Spiegel für uns alle gibt. Selbstverständlich habe ich auch frühzeitig mein Kostüm eingepackt und mich doppelt versichert, dass alles, was ich brauche und was ich meinen Tanzschwestern noch mitbringe, dabe ist. Dann noch die Musik, die CD mit den Stücken in der richtigen Reihenfolge, die der DJ nur noch einlegen braucht. (So viel kann mit DJs schief gehen, da könnte ich Bände drüber schreiben...)
Normalerweise ist am Auftrittsort selten Platz genug, um sich bequem umzuziehen und zurecht zu machen. Und eine Tribalgruppe braucht viel Platz, um sich mit ihrem ganzen Schmuck auszubreiten und sich zurecht zu machen für den Auftritt! Entweder ist der Raum zu klein, es ist kalt und unbequem etc. In unserem Fall war der Raum zwar groß, hell und warm, aber es war der Raum, in dem das Buffet aufgebaut war so dass wir uns beeilen mussten, denn niemand konnte sich Nachschlag holen, solange wir uns umzogen! Natürlich muss man auch den Zeitplan der Gastgeber der Veranstaltung beachten, auf der man tanzt. Die will man ja auch nicht in die Bredouille bringen. Meistens unterschätzen die Gastgeber die Zeit, die man braucht vor dem Auftritt mit Umziehen etc. Mitunter unterschätzen wir sie selbst, wenn wir z. B. die Haare auf eine neue Weise zurecht machen, in der wir noch nicht viel Übung haben und daher länger als geplant brauchen. Also heißt es am Ende oft: Auf die Tube drücken! Dann steht die ein oder andere Tänzerin vor einem Konflikt: Einerseits möchte sie perfekt aussehen, andererseits muss sie JETZT raus zum Tanzen! Und dieses "jetzt" bedeutet, dass die wichtigen Teile des Kostüms am Platz sein müssen, die Zimbeln aufgesteckt, dass noch Zeit für die Gruppe da ist, sich gemeinsam zu sammeln und tief durchzuatmen, bevor wir raus gehen.
Sind wir draußen, geht es einmal in die Runde um den Tanzplatz, bevor die Positionen eingenommen werden. Das gibt dem Publikum Gelegenheit, unsere Ausstattung zu bestaunen, während wir den Platz zum Tanzen ausloten und uns im Verhältnis zum Publikum verorten können. Von da ab heißt es: "The Show must go on..." Obwohl die Vorbereitung so gründlich wie möglich war, kann etwas schief gehen: Eine Blume macht sich selbstständig, eine Zimbel löst sich, ein Cue wird übersehen... Was auch immer passiert, wir tanzen weiter, immer lächeln, immer auf die anderen achten! Und das macht ja Spaß! Obwohl wir all' unsere Energie und Kraft in den Auftritt gelegt haben, ist unser Preis - das energetisierende Gefühl, "es geschafft!" zu haben und ein glückliches Publikum – die ganze Vorbereitung wert! Und es ging doch alles viel zu schnell vorbei...
Hier ein paar Eindrücke unseres Auftritts:
http://www.youtube.com/watch?v=SjH3Lj5iKig
http://www.youtube.com/watch?v=xypwfOCPrJw
http://www.youtube.com/watch?v=n6pYTzXRCaQ ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Duisburg Oriental Festival (5. Dezember 2009)
Die Woche nach den Workshops von Silvia Salamanca im Rahmen von Leyla Jouvanas gigantischem zweiwöchigen Orient Festival in Duisburg war für mich überschattet von der plötzlichen Krankheit und dem Tod einer meiner geliebten Katzen. Freya hatte ihre Krankheit, Niereninsuffizienz, schon eine Weile entwickelt, sich aber nichts anmerken lassen, bis es zu spät war. Der Tierarzt meinte, das sei typisch für Katzen. Am Donnerstag Abend vor dem zweiten Wochenende von Leylas Festival musste ich sie schweren Herzens einschläfern lassen, damit sie nicht weiter litt. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich danach sehr traurig war und trotz meiner großen Leidenschaft für Tanz, besonders alles rund um Tribal, dafür nicht mehr so richtig "den Kopf" hatte... Ich glaube, alle Tänzerinnen kennen natürlich solche Momente: Das Leben hat viele Facetten und Schwerpunkte, und mitunter verschieben sie sich gegebenenfalls...
Bereits im Frühsommer hatte ich Workshops bei Sharon Kihara und Jill Parker für das zweite Wochenende von Leylas Festival gebucht und eine Freundin hatte Karten für die Nachmittags- und Abendshows am Sonntag besorgt. Obwohl mir so gar nicht nach Tanzen, Shows und Orient-Messe war, beschloss ich doch, hinzufahren, weil es mich vielleicht ein wenig ablenken würde und ich auch Freunde treffen konnte, die ich nicht so oft sehe. Doch obwohl ich am Samstag früh genug aufstand, um püntklich zu meinem ersten Workshop zu kommen, war ich doch zu sehr mit meinen Gedanken woanders, um meine Siebensachen schnell genug zusammen zu suchen, und dann hatte ich noch Probleme beim Programmieren meines Navis. Ich gab "Mühlheim" ein und wunderte mich, warum die Orte alle ganz woanders lagen...
Bis ich den Fehler fand, war es schon zu spät. Ich machte mir keinen Stress, trank erst mal einen Kaffee, zog meine Melodias an und ging rein, um noch zuzuschauen. Ich hatte schon Workshops bei Sharon Kihara gemacht uns schätze ihren Unterrichtsstil, wie sie die Muskelarbeit erklärt, tolle Kombos dabei hat, und mit Humor unterrichtet. In diesem Workshop unterrichtete sie einen "Drum Dance". Ich nahm einige ihrer Tipps zu Isolationen mit und machte halbherzig bei den letzten Kombos für die Choreografie mit und sah mich dabei in aller Ruhe im Raum um, wie es den anderen circa 30 Teilnehmerinnen so erging. Erfreulicherweilse war das Level der Tribal Fusion-Tänzerinnen sehr hoch, die meisten kamen mit diesem wunderschönen Tanz sehr gut zurecht. Die Musik war nicht das, was ich bei einem "Drum Dance" erwartet hätte, es war ein langsames Balkan-Lied mit Percussion-Begleitung, aber das machte nichts. Sharon tanzte diese Choreografie als Teil ihres zweiten Auftritts in der Abendshow am Sonntag und das allein schon ist es mir Wert, die DVD zu kaufen, wenn sie nächstes Jahr heraus kommt. Sharon selbst lobte die Tänzerinnen dafür, so gut mitzukommen.
Unter den Teilnehmerinnen waren einige der aufstrebenden jungen deutschen Tribal Fusion-Stars, die rasend schnell immer besser werden und trotzdem stets bei den Workshops solch renommierter Lehrerinnen wie Sharon gesichtet werden. Ich traf drei der Tänzerinnen von Shir o Shakar, darunter deren Leiterin Narajana. Dann waren da noch die Siegerinnen des Contests in der Kategorie Tribal Fusion Solo, Henneth Annund und Mariam Al Rashi, sowie Henneth Annuns Duet-Partnerin Lily Qamar, die zusammen den ersten Platz in der Kategorie Tribal Fusion Duo machten. Alle diese exzellenten Tänzerinnen lernen weiter, das ist doch toll! Ich freue mich wirklich darauf, zu sehen, wohin die sich entwickeln und bin sicher, sie werden Tribal Fusion in Deutschland ihren Stempel aufdrücken!
Am Ende war reichlich Zeit, die Choreografie einige Male zu wiederholen. Interessanterweise erlaubte Sharon diesmal, gefilmt zu werden. Sie bat lediglich nachdrücklich, nichts ins Internet zu stellen, das sei "verboten". Anscheinend ist also Silvia Salamancas entspannte Einstellung zu diesem Thema gerade wieder trendy.
Eine meiner Tanzschwestern kam beim nächsten Workshop dazu. Jill Parker zeigte uns ihre Tribal Fusion Technik und einige ihrer typischen Kombos und ich freute mich auf die Erfahrung, diese Tribal Fusion Legende, die solche Ikonen wie Rachel Brice unterrichtet hat, zu erleben. Aus direkter Nähe sah Jill Parker einfach toll aus und ich fragte mich unwillkürlich, wie alt sie wohl sei. Sie und ihre Assistentin Tessa begannen mit einige Isolation Drills, die mit Shimmy Layerings kombiniert wurden. Das fand ich zum Glück nicht schwierig, was ich meinem Hintergrund im orientalischen Tanz verdanke, wo mir Layering stets begegnet ist, zum Beispiel im Training meiner Lehrerin Djamila. Jills Kombos waren frisch uns spaßig, mir gefielen sie gut. Tribal Fusion fusioniert ja American Tribal Style (ATS) des Fat Chance Belly Dance Stils – Jill Parker war ja einige Zeit ein Mitglied – und orientalischen Tanz (Raks Sharki), der in den USA "Cabaret Style" genannt wird. Das war klar erkennbar in diesem Workshop und in Jill Parkers Arbeit, einem Meilenstein in der Evolution der Tribal Fusion Stile. Jill ermunterte uns, ihre Kombos als Inspirationsquelle für unsere eigene Kreativität zu nutzen und diese Tanzform weiter zu entwickeln. Ich war dann doch sehr froh, gekommen zu sein und sie live zu erleben, da es mein Verständnis für Tribal Fusion sehr bereichert hat und auch weil sie ebenfalls eine tolle Lehrerin und Tänzerin ist.
Ich hatte für Sonntag alle Workshops abgesagt und traf mich mit einer Freundin auf der Messe. Wir verbrachten eine Menge Zeit an Shailas Stand mit all dem wunderschönen Schmuck und der Kleidung... einmal mehr wünschte ich, Millionärin zu sein... Nun, äh, ja, ich fand ein paar nette Sachen und gab mehr aus als geplant, aber ich konnte nicht widerstehen... Es gab für Tribal Fusion Fans noch ein paar nette Stände, zum Beispiel einen mit neckischen Haarteilen, die mir viel Bastelanregung gaben für die Blumen und anderes Zeugs, dass ich schon gekauft habe.
Die Nachmittagsshow war wunderbar. Dort traten einige der Gewinnerinnen der Contests auf. Ich hatte Leyla während der Pausen zwischen den Workshop am Wochenende zuvor erzählen hören, dass das Level der Solos in der Kategorie Orientalischer Tanz extrem hoch sei, mit nationalen Champions aus Frankreich, Russland etc., und ein 10. Platz sei schon ein tolles Ergebnis. Nur leider sähen das einige Teilnehmerinnen nicht so und terrorisierten sie nun mit wütenden E-Mails, weil sie nicht ganz vorne landeten. Nun, diejenigen, die wir auf der Bühne bewundern konnten, waren tolle Tänzerinnen mit einem voll entwickelten persönlichen Stil, deren Auftritte ich alle sehr genoss: Orientalisch, Fantasy, Voi, Tribal...
Die Abendshow war wirklich fantastisch, mit Liebe organisiert und von Seetha und ihrem Partner Louis fantasievoll präsentiert. Leylas verschiedene Show-Gruppen zeigten bühnenfüllende Tänze und alle Solo-Performances waren extraklasse. Am besten gefielen mir Aziza mit ihrem eleganten und doch kraftvollen Stil, Jill Parker und ihre kreativen, eigenwilligen Einfälle, und natürlich die Tribal-Göttin Sharon Kihara. Ich hörte hinterher, dass wohl einige orientalischen Tänzerinnen im Publikum nichts mit ihren Auftritten anfangen konnten, mit der so ganz anderen Musik und der technischen Raffinesse ... nun, ich glaube sowieso, dass in zehn Jahren Tribal und Tribal Fusion unabhängig von der orientalischen Szene existieren werden. Ich finde es sowieso schade, dass Tribal und Tribal Fusion immer nur so ein Exotenplätzchen in überwiegend orientalischen Shows eingeräumt wird. Sei's drum, ich genoss die Vorführungen!
Die Woche danach gab mir selbst viel Gelegenheit, zu tanzen, weil meine Gruppe sich insgesamt drei mal traf, um für die Hochzeit einer unserer Tanzschwestern heute zu proben. Sie wünschte sich von uns, zu tanzen, und das können wir ihr ja nicht verwehren... Also muss ich jetzt los und mal alles vorbereiten für einen schönen Auftritt heute abend! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Choreographie, Tanz und Kognition (30. November 2009)
Vor zwei Wochen hatte ich die Gelegenheit, eine ganz besonderes Tanz- bzw. Balletveranstaltung zu besuchen, die Gala zum fünfjährigen Bestehen des Tanztheaters Bielefeld unter der Leitung von Gregor Zöllig. Die Liste der eingeladenen Tänzer, Tänzerinnen und Ensembles, die Kostproben ihrer Produktionen gaben, war beeindruckend und lang: das Staatstheater Kassel unter Leitung von Johannes Wieland, das Ballett des Saarländischen Staatstheaters (Marguerite Donlon), des Bayerischen Staatsballetts – dessen Leiter Ivan Liška selbst im Duett mit Judith Turos tanzte, zwei Tänzerinnen des Tanztheaters Wuppertal der verstorbenen Weltklasse-Choreografin Pina Bausch, ein Solo des Leiters der Tanzsparte am Theaterhaus Stuttgart, Eric Gauthier, etc., und natürlich das Tanztheater Bielefeld selbst. Ich hatte einen Platz in der ersten Reihe konnte die fantastischen Tanzvorführungen ganz aus der Nähe bewundern, besonders wieder die Muskelarbeit der Tänzer. Das ist ja etwas, dass ich leider oft bei den vielen Amateurtänzerinnen im orientalischen Tanz und im Tribal vermisse. Und das ist auch wahrscheinlich der Hauptgrund, warum die erste Reihe bei solchen Tanzveranstaltungen nicht so begehrt ist: Die Tänzer brauchen nur wenige Minuten, um extrem zu schwitzen...
Wenige Tage danach druckte unsere Tageszeitung ein Interview mit einer Wissenschaftlerin, Bettina Bläsing, die sich mit Kognition und Neurobiologie bei kreativen Prozessen im Tanz beschäftigt. Sie hatte ein Symposium mit dem Titel "Tanz und Kognition" organisiert. Im Interview sagte sie, dass Tanz eine hochkognitive Sache sei. Der Körper habe mit Denken jede Menge zu tun. Sie berichtete von einem neuen Forschungstrend namens "Embodiment" (dt. Verkörperung): "eine Art Neuentdeckung des Körpers in der Vorstellung von Kognition and Intelligenz. Plötzlich hat man gemerkt: Intelligenz ist nicht nur Schach spielen, sondern hat auch viel mit Bewegung, mit dem Körper zu tun. Für Tänzer ist es völlig absurd, sich etwas anderes vorzustellen. Tänzer reden oft davon, dass sie ein 'Körpergedächtnis' haben. Man muss ihnen häufig erklären, dass ihr Körper-Gedächtnis in ihrem Gehirn ist."
Dieses Körper-Gedächtnis ist eine Folge des Drills, und ich bin eine große Verfechterin von Drill. Und als ATS-Tänzerin erinnert mich das natürlich an das von Carolena Nericcio beschworene "Muskelgedächtnis": Man muss eine Bewegung, Kombination etc. immer wieder wiederholen, so lange, bis die Muskeln sie behalten, ohne dass das Gehirn sich noch bewusst dabei einschalten muss.
Die Forschung, die im Artikel beschrieben wurde, sorgt auch dafür, dass sowohl die Forscher als auch die Tänzer davon profitieren. D.h. Neurologen verstehen besser, was an kreativen Prozessen im Gehirn abläuft,während der Körper sich bewegt, oder, kurz gesagt, die Interaktion zwischen Körper und Kognition. Daraus entstehen wieder neue Trainingsmethoden für professionelle Tänzer. Diese Tänzer müssen häufig in kurzer Zeit viele Choreografien lernen, was sehr anspruchsvoll und bewundernswert ist.
Was mich wieder an einige Möchtegern-Starlets der orientalischen und der Tribal-Tanz-Szene erinnert. Als ich vor 15 Jahren mit orientalischem Tanz begann, ließ mich meine erste Lehrerin zwei Jahre lang Technik-Drills und später Kombo-Drills machen, bevor ich überhaupt in die Nähe einer Choreografie kam. Und als ich dann eine Choreografie lernte, um bei der Aufführung mitzuwirken, wiederholten wir sie unzählige Male, immer wieder. Heute kommen nicht wenige Leute in eine Tanzstunde zum orientalischen Tanz und erwarten, innerhalb kurzer Zeit auftreten zu können. Ich hatte einmal eine Frau in einem Schnupperworkshop im Januar, die fragte, ob sie zum Geburtstag ihres Mannes knapp zwei Monate später einen Tanz aufführen könne, wenn sie zu meinem wöchentlichen Kurs käme. Ich sagte nein, nicht wenn sie zu meinem neuen Anfängerkurs kommt - und sah sie nie wieder. Wollen die Leute heutzutage nix mehr lernen? Oder denken sie, Tanz sei eh nur ein einfaches Rumgehopse?
Ich habe einige Male orientalische Choreografien auf großen Bühnen getanzt und davor habe ich diese Tänze unzählige Male geprobt, immer wieder, bis ich nicht mehr darüber nachdachte, was ich da tue und mein Körper sich wie von selbst zur Musik bewegte. Sogar heute noch, würde man mich nachts wecken und die Musik spielen, wäre ich sofort in der Lage, diese Choreografien zu tanzen (sicher nicht so gut wie damals, weil ich sie nicht mehr trainiere und mit dem orientalischen Tanz aus Zeitmangel ganz aufgehört habe). Daher bin ich sicher, dass ich weiß, was "Körper-Gedächtnis" oder, in Carolena Nericcios Worten, "Muskelerinnerung", ist. Und es gibt kein Tanzgenie, das vom Himmel fällt und sofort alles kann.
Die Forscher untersuchen auch genauer die Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper. Nicht nur die Psyche beeinflusst den Körper in dem, wie er sich fühlt und bewegt. Körperhaltungen beeinflussen ebenso, wie wir fühlen und denken. Offensichtlich haben Yoga-Gurus etc. das schon vor langer Zeit herausgefunden. Und es erklärt vielleicht auch, warum Tanzen trotzdem glücklich macht, obwohl es Arbeit ist! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Silvia Salamanca Workshops (23. November 2009)
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich zwar gerne bei Flamenco zuschaue, aber selbst nicht Flamenco tanzen möchte. Allerdings, wenn ich die Gelegenheit bekomme, einen Workshop zu Flamenco Fusion zu besuchen, nehme ich das gerne wahr, denn das liegt mir schon eher. Meine ersten Erfahrungen mit Tribal Flamenco Fusion war ein Workshop von Narajana, der wunderbaren deutschen Tribal Fusion-Tänzerin und, wie ich glaube, auch eine der Tribal-Pionierinnen in Deutschland und nun Leiterin einer meiner Favoriten-Tribal Fusion-Gruppen, Shir o Shakar, die sich auf Indische und Flamenco Tribal Fusion spezialisiert haben. Hier gibt es einen Eindruck davon (geschnitten, ohne Original-Musik:
http://www.youtube.com/watch?v=XtoaDgJgPTw
Für ihr Orient-Festival hat Leyla Jouvana Silvia Salamanca eingeladen, die aus Mallorca kommt und jetzt in Houston, Texas (USA) arbeitet. Die Workshops fanden Samstag und Sonntag früh statt, aber es hatten sich genügend Tanzwillige aus den Federn gequält dafür. Sie kamen nicht nur von überall her in Deutschland, sondern auch aus allen Teilen der Erde: Frankreich, Litauen, Russland, USA (!), China ... was zeigt, dass Leyla Jouvanas über zwei Wochen dauerndes Festival mittlerweile Weltrang in der internationalen Welt des orientalischen Tanzes erlangt hat.
In ihrem ersten Workshop am Samstag morgen unterrichtete Silvia eine Spanisch-arabische Choreographie, die auf Zambra Mora basiert, der Fusion aus Gitano Flamenco und nordafrikanischen Tänzen. Wir begannen mit typischen Flamenco-Fingerübungen, welche die Flexibilität für die schönen Hand-Floreos trainieren. Beim Erlernen der Schritte und Kombos legte Silvia viel Wert auf die korrrekte Haltung und die Armhaltung, damit wir bei der Arbeit mit dem Rock nicht wie ein "Pulpo" (spanisch für Tintenfisch) aussehen. Diese Choreografie enthielt praktisch keine tribal-spezifischen Elemente, hat aber mit vielen "Olés!" sehr viel Spaß gemacht!
Am Sonntag Morgen fing Silvia mit einigen langsamen Kombos für Tribal mit Flamenco-Einschlag an. Sie hob hervor, dass sie sich gut ins Repertoire von ATS-Tänzerinnen einfügen lassen. Ich will hier jetzt nicht auf die Diskussion eingehen, ob ATS nun der allein für das FatChanceBellyDance (FCBD)-Format und das ATS BlackSheep BellyDance-Format reserviert sein soll. Ich sage hier und jetzt nur, dass ich der festen Überzeugung bin, dass jede/r, die/der behauptet, "Tribal" oder "Tribal Fusion" zu tanzen, über sehr gute Kenntnisse der Basis-Elemente des FCBD-Formats verfügen muss - oder er/sie weiß überhaupt nicht, was er/sie eigentlich tut.
Bei den Kombos, die Silvia entwickelt hat, konnte ich diesen Hintergrund erkennen - eine hieß "Corkscrew Turn, was für ATS-Tänzerinnen ja sicher ein Begriff ist! Ihr Corkscrew Turn ist mit spanischen Floreos ausgeschmückt und erinnerte mich an Kajira Djoumahna's Version für ihr ATS-BlackSheep Format, ebenso wie Silvias Kombo mit der "Big Bodywave" á la Black Sheep. Andere Kombos erinnerten mich an Domba. Alle diese Kombos machen sich sicherlich gut bei spanisch angehauchter Tribalmusik.
Der zweite Teil dieses Workshops hat uns besonders viel Spaß gemacht: Silvia zeigte uns einige Partner-Elemente, die von Flamenco Sevillanas abgeleitet sind. So etwas gibt es ja auch bei den FCBD Duetten mit langsamen Moves wie dem Barrel Turn und dem Wrap Around Turn, die ja auch vom Flamenco inspiriert sind. Die Elemente, die Silvia uns zeigte, waren völlig neu für mich und sehr lebendig, frisch, spaßig und wunderschön! Es war auch ziemlich kniffliges Zeugs so früh am Morgen... Zum Glück erlaubte Silvia nicht nur das Filmen, sondern erklärte uns gleich zu Beginn, dass sie einige nicht-professionell hergestellte DVDs mitgebracht hatte, mit allem, was sie im Workshop zeigt, Schritt für Schritt. Sie macht das, damit wir nicht extra ständig zu unseren Notizbüchern und Videokameras rennen müssen und uns statt dessen auf den Workshop und das Üben konzentrieren können. Davon habe ich dann gerne Gebrauch gemacht: So viel wie möglich getanzt und dann die DVDs gekauft.
Silvia Salamanca ist seit langem die erste Tänzerin, die das Gefilmtwerden und das Verbreiten ihrer Arbeit auf DVD sehr locker sieht und uns auch sagte, dass wir mit dem Gelernten machen können, was wir wollen: Tanzen, unterrichten etc., wir hätten ja auch bezahlt dafür. Wäre halt schön, wenn wir sagten, von wem wir es haben. Sie meinte, sie mache sowieso ständig etwas Neues, also was soll's, wenn ihre Schritte und Tänze weiter verbreitet werden? Nun ja, das ist von einer Künstlerin sicher auf zu hoffen, aber sehr wenige sind da so entspannt, wenn es um Copyright etc. geht... Das kann an ihrem Gitano ("Zigeuner")-Hintergrund liegen, manchmal zu sagen: "Pah, was soll's?" Sie hat eine Gitano-Mutter und es war ihr wichtig, die jeweils letzten fünf Minuten ihres Workshops zu nutzen und etwas zur Geschichte der Zigeuner und der spanischen Gitanos sowie der Entstehung ihres typischen Tanzstils in Andalusien zu erzählen. Sie hob auch hervor, dass mit dem Tanzen dieses Stils auch die Tradition und die Geschichte dieser Menschen am Leben erhalten wird und wenn wir diesen Stil tanzen, helfen wir dabei mit. Silvial ist sehr leidenschaftlich bei ihrem Tanz dabei und, auch wenn es ein Klischee ist mit dem spanischen Temperament, so machten ihre Workshops doch genau deswegen und wegen der vielen "Olés!" sehr viel Spaß!
Hier noch ein paar Beispiele von Silvia in Aktion:
http://www.youtube.com/watch?v=bEU--R5Z18w&feature=PlayList&p=17632485CEA20E29 - Sie tanzte diese "Buleria" am Abend in der Show, und
http://www.youtube.com/watch?v=IPhMMqNWsIg&feature=PlayList&p=17632485CEA20E29
Ah ja, und noch etwas: Ich hatte am Wochenende "nur" diese Workshops besucht, aber meine Tanzschwester war auch bei dem Contest World Belly Dancer am Samstag abend dabei. Bei der Rückfahrt gestern erzählte sie mir von den Gewinnern der Kategorie "Adult Tribal Duet" und ich erkannte in ihren Schilderungen eine Performance von Henneth Annun und einer Freundin (Lily Qamar) wieder, die ich auch auf Youtube entdeckt habe, ein lustiges Balkan-inspiriertes Tribal Fusion Duo:
http://www.youtube.com/watch?v=KtU1TxMgYyg&feature=PlayList&p=17632485CEA20E29
Henneth Annun ist eine "alte" Freundin und erlernte seinerzeit ihre ersten orientalischen Schritte bei mir, so dass ich mich für sie ganz besonders freue! Gratulation!
Und heute abend werde ich dann sehen, wie viel ich von Silvias Workshops behalten habe und vor allem will ich nicht wieder meine Schläppchen vergessen und auf dem eiskalten Boden tanzen wie die letzten Male (und dabei habe ich ja wirklich genug Schuhe zum Tanzen...) ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Haarparty (19. November 2009)
Während ich mal wieder unterwegs bin und damit mal wieder nicht tanzen und trainieren kann, habe ich doch zwischendurch mal Zeit, ein wenig aufzuholen und endlich mal einige Dinge aufzugreifen, die ich schon mal angekündigt hatte, aber zu denen ich noch nicht gekommen bin. Wie zum Beispiel die bereits erwähnte Haarparty. Die haben meine Gruppe und ich geplant, nachdem ich von Wendys Haar-Workshop in Dillenburg vor einiger Zeit erzählt hatte. Wendy selbst erzählte uns, die Idee sei ihr gekommen, nachdem sie auf Youtube ein Video gesehen hatte, in dem Amy Winehouse ihre Bienenkorb-Frisur gebaut hatte. Wendy, die selbst Friseuse ist, kam auf die Idee, das für FCBD anzupassen. Wirklich cool an Wendys Methode ist, dass auch Frauen mit kurzen Haaren am Ende so aussehen können, als ob sie eine Mähne hätten. Den Kern bildet das, was Wendy "Tribble" nennt: Raumschiff Enterprise- bzw. Star Trek-Fans der ersten Generation erinnern sich vielleicht noch an diese Folge, in denen die Enterprise quasi von diesen niedlich aussehenden, kleinen, runden, wolligen Außerirdischen überschwemmt ist, die einfach überall waren (ich hoffe, dass mit dem "Tribble" stimmt jetzt, ich habe das damals ja auf Deutsch gesehen und erinnere mich so genau nicht mehr daran...). Dieser wird aus einem Haarnetz und künstlichen Haaren "gebaut" und mit einem farbigen Schal umwickelt. Anschließend ergeben sich jede Menge Möglichkeiten, den Kopf mit Tribal-Schmuck, Blüten, Haarnadeln etc. heraus zu putzen.
Am Anfang ist das etwas knifflig, ich hoffe, dass ich mit der Übung besser darin werde. Außerdem muss ich noch mal eine Bastelstunde einlegen, um ein Band mit Schmuck schon vorzubereiten und die Blüten praktisch an Haarclips zu kleben, so dass es vor einem Auftritt schneller geht. Für die Party hatten wir alles angeschleppt, was wir hatten, und belegten damit eine Menge Platz...
Die Zwischenstadien des Haarstylings ließen uns zwischendurch sehr merkwürdig aussehen, um es milde auszudrücken, und meine Freundinnen zweifelten zwischendurch daran, ob diese Methode zu brauchbaren Ergebnissen führen würde. Schaut Euch einfach mal die Fotos an und macht Euch eine Vorstellung von diesem Schlachtfeld und dem langen Weg zur Schönheit! Wir hatten im Anschluss ein kleines, privates Fotoshooting geplant, aber alles hatte viel länger gedauert, als geplant, weil wir ja noch mit der Nachricht überrascht wurden, dass eine von uns im Frühjahr ein Baby bekommt und vorher noch - Anfang Dezember - heiraten wird! Also fingen wir ein bisschen später als geplant an und hatten eine Menge zu kichern und zu lachen... Jedenfalls kamen am Ende doch ein paar nette Fotos dabei heraus, vor allem, wenn man bedenkt, dass es unser erster Versuch war. Und auf jeden Fall hat es sehr viel Spaß gemacht! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Passion Orientale, Bielefeld (15. November 2009)
Wie beim letzten Mal angekündigt, wollte ich ja die Show "Passion Orientale" in meiner Stadt besuchen am Freitag. In jeder anderen Hinsicht handelte es sich dabei um einen echten "Freitag, den 13." und ich kam erst spät und abgehetzt dort an, nach einem langen Arbeitstag im Büro und einer hektischen Wochenendeinkaufsaktion. Kopfschmerzen gab es gratis dazu.
Der Zuschauerraum war bis in die Ecken vollgepackt. Anscheinend gab es eine so große Nachfrage nach Karten, dass das Gerücht umgeht, die Show werde im Frühjahr noch einmal wiederholt. Es war eine orientalische Show, organisiert von der hiesigen Tänzerin Carol Coquette, von ihr und ihren Schülerinnen bestritten. Ich, der Tribal-Fan, konnte mich auf Patricia freuen, den Stargast des Abends, und auf den Auftritt einer Gruppe, die eine Choreografie von ihre gelernt und für den Abend einstudiert hatte. Abgesehen von zwei Workshops bei mir zur Vorbereitung auf die von Patricia, und zwei Workshops bei Patricia für die Choreografie besaßen diese Tänzerinnen kein weiteres Tribal Fusion Training - davor und seitdem. Sie waren nach den Workshops - seit dem Spätsommer also - auf sich selbst gestellt für den Auftritt und so gesehen haben sie sich wirklich gut geschlagen. Gut, kritische Betrachter konnten noch so die ein oder andere orientalische Handwelle entdecken, und gehobene technische Finessen wie eine Spiralling Vierteldrehungen mit Locks musste man sich schon mehr denken als tatsächlich sehen, und das Fehlen tiefergehener Erfahrung mit Tribal Fusion war auch an der gesamten Haltung und besonders der Armarbeit erkennbar. Aber alles in allem hatte dieser Auftritt sehr gut geklappt und das Publikum bestand in dieser Hinsicht keineswegs aus Experten. Es gab schon einige "Ahs" und "Ohs" für die Kostüme allein, was zeigte, dass Tribal und Tribal Fusion dem Bielefelder Publikum noch weitgehend unbekannt zu sein scheint.
Ich werde nicht so viel zu den orientalischen Auftritten sagen, außer dass man die fortgeschritteneren Tänzerinnen schon herausstachen und Carol, eine Tänzerin mit charakteristischem Stil und viel französischem Esprit, ist eine Augenweide. Ganz allgemein bin ich aber kein besonderer Fan von Auftritten, bei denen eine große Menge Frauen ohne besondere Formation, die nicht vom Platz weichen, mit unterschiedlichen Kostümen und Niveaus, auf der Bühne stehen... Insgesamt war das Programm abwechslungsreich genug, mit klassischem orientalischen Tanz, Folklore und Baladi, Trommelsoli, arabischem Pop, sogar ein Stocktanz - und ganz ohne Isis-Wings, die doch zur Zeit so mega angesagt sind...
Unter all dem mussten Patricias Auftritte für die Bielefelder eine besondere Offenbarung gewesen sein, oder wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt. Ich hatte vor einer Weile auch über Patricias Show neulich, Tribulation II, geschrieben, in der Tribal aus dem orientalischen Ambiente heraus genommen und in einen urbanen Kontext mit moderner, auf Improvisation beruhender Kunst, eingebettet war. Hier nun wurde Tribal Fusion präsentiert, als wäre es eine der vielen Formen von orientalischem Tanz - und irgendwie, wenn man es nicht besser wusste oder ganz genau hinsah, kann das Publikum ja auch zu diesem Schluss kommen. Für die Zuschauer machte wahrscheinlich das Kostüm den größten Unterschied aus, und auch die von Patricia gewählte Musik. Was technische Finesse anging, so waren Carol und Patricia gleich auf, mit Shimmies, Layerings, Isolationen etc. Aber für mich ist Tribal Fusion schon etwas ganz anderes.
Patricia feuerte das gesamte Spektrum der Tribal Fusion Techniken ab, Oberkörper-Isolationen über Hüftakzente gelayert, Locks und Pops, Bauchwellen darüber etc. alles mit ihrem charakteristischen Charme. Einer ihrer Balkan-inspirierten Auftritte war vergleichbar mit einer auf Youtube eingestellten Performance von ihr:
http://www.youtube.com/watch?v=bizXqnCh20k&feature=PlayList&p=17632485CEA20E29
Das war den Abend schon wert und Patricia war anscheinend auch so glücklich darüber, in Bielefeld so warm aufgenommen zu werden, dass sie gleich nach dem Ende der Show ins Foyer kam. Offen gesagt, ist das allerdings etwas, was eine Tänzerin meiner Meinung nach nie, nie, nie machen sollte - besonders nicht eine professionelle Tänzerin. Und die großen und bekannten wurden bei so etwas auch noch nie gesichtet. Kostüm, Make-up etc., das ist alles für die Bühne, wo die Tänzerin eine schöne und faszinierende Illusion für das Publikum erschafft. Das Sakrale und das Profane, sozusagen. Diese Illusion basiert darauf, dass es eine magische Grenze zwischen der Bühne und den Zuschauern gibt, sozusagen. Von der Bühne herunterzusteigen ins Publikum zerstört diese Illusion, aus der Nähe betrachtet ist einfach ein Großteil der Magie dahin. Ich spreche hier jetzt auch nicht davon, dass ich selbst es auch immer vorziehen würde, meinem direkten Gegenüber immer angemessen bekleidet gegenüber zu stehen ... das hat mit Prüderie nichts zu tun. Es hat einzig zu tun mit der Illusion und der charismatischen Aura eines Tanzstars. Und das ist auch das Einzige, was ich an Patricias ansonsten wundervollen Auftritten auszusetzen habe, die mich mit diesem Freitag, den 13., am Ende wieder versöhnt haben... ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
November 11, 2009 - Mittwoch
Mal anderen zuschauen...
Oft hat man einfach zu wenig Zeit für die guten Dinge im Leben – wie das Tanzen! In der vorigen Woche war meine einzige Trainingseinheit mein VHS-Kurs "Fitness meets Classic", mit Ballet-Training für Anfänger. Ich versuche dann immer, mich an den Unterricht zu erinnern, den ich als Kind besucht habe, und ob ich dort die gleichen Sachen schon gemacht hatte... Es ist gutes Training für Haltung und Balance, aber kein Vergleich mit meinem geliebten ATS-Training mit meinen Stammesschwestern!
Eine von ihnen hat uns kürzlich eröffnet, dass sie im Frühjahr ein Baby erwartet und zusammen mit ihrem Freund spontan beschlossen hat, nächsten Monat zu heiraten! Wow, was für ein Tempo! Sie hatte dann spontan die Idee, ihre Junggesellinenverabschiedung bei der diesjährigen Karstadt Ladies Night in unserer Stadt zu feiern, diesem Late-Night-Shopping nur für Frauen mit gutaussehenden, halbnackten Männern, die Sekt ausschenken und so. Das war genau der Tag, an dem wir eigentlich Training gehabt hätten, aber da unsere Stammesschwester ja wohl nur einmal heiraten wird (das hoffe ich zumindest für sie!), nahmen wir dieses einmalige Ereignis zum Anlass, das Training sausen zu lassen und shoppen zu gehen. Denn Karstadt möchte ja in Wirklichkeit, dass wir Geld ausgeben ... gelungene Falle, aber ich schweife ab.
Diese Woche begann damit, dass ich anderen beim Tanzen zugeschaut habe: Regelmäßiges Lesen der Tageszeitung hält ja auf dem Laufenden, was Veranstaltungen in der Stadt angeht, daher erfuhr ich, dass am Montag die Compania Flamenca Antonio Andrade kurzfristig ihre aktuelle Show "Vaya Con Dios" aufführt. Die war schnell ausverkauft – manchmal hilft es nicht, etwas nur früh zu erfahren... Aber ich war früh am Theater und bekam noch eine Karte von jemandem, der nicht kommen konnte, und einen guten Platz vorne dazu.
Die Show war wirklich klasse weil jeder, die Musiker und die Tänzer, ein Mann und eine Frau, mit Leidenschaft dabei waren. Wir konnten die glitzernden Schweißperlen aus den Haaren des Tänzers fliegen und die Tänzerin ihre Geschichten nicht nur tanzen, sondern erleiden sehen, und das riss das Publikum einfach mit! Hier sind sie auf Youtube mit ihrer vorigen Show:
http://www.youtube.com/watch?v=gdeREx7cpOw
Ich sehe gern Flamenco, genau aus diesem Grund, und ich finde den Tanz natürlich interessant, weil er ein wichtiger Einfluss für den American Tribal Style ist, besonders für die langsamen Elemente. Tanzen möchte ich selbst aber Flamenco nicht, und ohne Tanz mag ich auch die Musik nicht immer besonders. Aber ich konnte nicht umhin, im Kopf so manche Tribal Fusion-Performances der vielen Tribal Fusion-Sternchen auf Youtube und den hiesigen Provinz-Bühnen mit dem hier Gesehenen zu vergleichen. Da ist der Kampf mit der anspruchsvollen Technik oft das einzige, was sie den Zuschauern zu geben haben. Entweder sitzt oft die Technik noch gar nicht richtig, oder es herrscht die irrige Meinung vor, der Gesichtsausdruck müsse der eines Vampirs kurz vorm Zubeißen sein, oder die Konzentration auf die Technik schluckt die gesamte Energie. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist das, was eine wirklich gute Tanz-Performance im Herzen ausmacht: Gefühl! Technik und Show sind einfach nichts wert ohne Gefühl!
Das war die Lektion am Montag abend. Und das macht auch den Unterschied aus zwischen den wirklich guten Tribal Fusion-Tänzerinnen und den richtig guten Tribal Style Gruppen, die Improvisation wagen, und all' den anderen: Die müssen sich aufeinander konzentrieren beim Kommunizieren, was Energie erzeugt, die wiederum die Zuschauer inspiriert!
Das ist auch etwas, was wir beim Training spüren – und glücklicherweise sind wir diese Woche wenigstens einmal zum Trainieren gekommen! Das ist auch nötig denn unserer demnächst Hochzeit feiernden Stammesschwester würde es das Herz brechen, wenn wir auf ihrer Hochzeit nicht tanzen würden, Anfang Dezember! Unser neues Mitglied hat noch viel zu lernen und schmeißt natürlich gelegentlich noch Cues und Moves durcheinander UND muss auch noch schnell auf alles reagieren. Wir müssen noch die Musik aussuchen und haben schon überlegt, wie wir den Raum am besten nutzen können (eine Herausforderung, denn wir werden nicht viel Platz haben). Natürlich wollen wir dann auch mit Gefühl tanzen und nicht nur mit Cues, Moves und Formationen kämpfen! Und das bedeutet üben, üben, üben, es gibt am Ende eben keinen anderen Weg zum reinen Spaß am Tanzen!
A propos Ende: Morgen werde ich wieder brav meinen Fitness-Ballet-Kurs besuchen, aber danach werde ich meine Arbeitswoche beenden, wie ich sie begonnen habe: Indem ich anderen beim Tanzen zuschaue! Eine der hiesigen Tänzerinnen und Lehrerinnen für orientalischen Tanz hat eine Show organisiert mit Auftritten von ihr selbst und ihren Schülerinnen. Es wird auch eine Tribal Fusion-Performance geben von einer Gruppe, die ihr erstes Training bei mir hatte und dann von Patricia eine Choreografie gelernt hat – das muss ich natürlich sehen! Patricia selbst wird auch als Stargast des Abends tanzen. Eine der noch wenigen deutschen Tribal Fusion-Tänzerinnen, die ihre Technik beherrscht, ohne von ihr beherrscht zu werden und damit noch genug Energie für Ausdruck und Gefühl übrig hat. Und so freue ich mich schon mal auf diese Einleitung meines Wochenendes – und klar, ich werde davon berichten! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Schuhe & Zimbeln (7. November 2009)
Vor einer Weile schrieb ich darüber, wie ich zu einigen wirklich guten Tanzschuhen kam und was ich dabei gelernt hatte. In der Woche darauf konnte ich es kaum erwarten, sie auszuprobieren. Beim ersten Training kamen meine Ghillies dran. Ich muss sagen, es war ein ganz neues Gefühl, mit so eng sitzenden Schuhen zu tanzen. Die Dame in der Münchener Ballet-Boutique hatte darauf bestanden, dass Tanzschuhe eng sitzen müssen - das ist bei meinen Ghillies wirklich der Fall, sie sind mindestens eine ganze Nummer kleiner als meine normale Größe! Doch meine Befürchtung dass sie unbequem sein würden deswegen waren völlig unbegründet. Im Gegenteil, die Ghillies gaben mir ein großes Gefühl an Trittsicherheit. Außerdem gibt das Leder ja noch ein wenig nach. Etwas schwieriger dagegen war die Schnürung. Die Schnürsenkel werden ja einmal um die Fußfessel geführt und dann vorne gebunden. Wenn sie um die Fessel zu eng geschnürt werden, wird es unbequem und schneidet ins Fleisch. Ich musste sie anfangs noch mal lösen und etwas herumexperimentieren, bis ich den Bogen heraus hatte. Jetzt muss ich nur noch markieren, welcher der rechte und der linke Schuh ist, denn Ghillies, wie Balletschläppchen, haben anfangs eine einheitliche Form, die sich erst beim Tragen an den jeweiligen Fuss anpasst. Rechts und links entsteht also beim Tragen. Ich kann allerdings schon sagen, dass ich in meine Ghillies noch lange verliebt sein werde: Sie sehen so knuffig aus und fühlen sich toll an!
Zum nächsten Training hatte ich meine Dance Sneakers eingeplant, die ich zum Tanzen draußen gekauft habe - für die nächste Draußen-Saison. Im Moment ist daran ja gar nicht zu denken... Außerdem überkam es mich dann auch, endlich mal Gummibänder an meine ebenfalls noch recht neuen Zimbeln zu nähen. Die habe ich eigentlich schon eine Weile, bestellt um die Zeit von Kajira Djoumahnas Teacher Training Level 1 in Dillenburg diesen Sommer. Nachdem ich seit Ewigkeiten mit so relativ kleinen, undefinierbaren Zimbeln gespielt hatte und nachdem mir klar wurde, dass mein Herz, was Tanzen angeht, nun endgültig dem American Tribal Style, Tribal Style Dance etc. gehört, war klar, dass "richtige" Zimbeln einfach her müssen. Die sind ja nicht nur optionales Accessoire. Als ATS Fan bin ich der Überzeugung, dass die schnellen Moves mit Zimbeln getanzt werden MÜSSEN, immer. Ich entschied mich für nichts Geringeres als die Afghani Bronze von Saroyan. Schon beim Auspacken war ich wieder beeindruckt. Die sehen so riesig aus. Und wenn sie nur leicht angespielt werden, ist der Klang trotzdem schon so klar und rein dass mir völlig klar war: Hier handelt es sich nicht nur um Zubehör. Das sind richtige Musikinstrumente.
Nun, ich kann mich noch sehr gut an lang vergangene Zeiten erinnern, als meine Bauchtanzlehrerinnen darauf bestanden, dass wir ordentich Zimbeln lernen. Ungeachtet unserer Maulerei hieß es für die letzten 15 Minuten stets: "Holt Eure Zimbeln!" Ich danke der Göttin, dass ich so gute Lehrerinnen hatte, denn ich kann heute ziemlich gut zimbeln. Ehrfürchtig nähte ich also den Gummi an, und zwar so, wie es uns Kajira gezeigt hat. D.h. der Gummi wird nicht durch die Öffnungen gezogen und innen in der Zimbel verkotet. Nein, ich machte mir die Mühe, den Gummi anders herum durch die Öffnungen zu ziehen und oben zu vernähen, wo der Gummi um meine Finger geht. Das sieht nicht nur ordentlicher aus, sondern es beeinträchtigt auch nicht den reinen Klang der Zimbeln.
Also, endlich ab zum Training mit Sneakers und Zimbeln. Auch diesmal waren die Schuhe erst mal ungewohnt: Sneaker fühlen sich eigentlich wie "richtige" Schuhe an, aber wegen der getrennten Sohle fühlt es sich erst mal an, als ob in der Mitte etwas fehlt, wenn man es nicht gewohnt ist. Als ich mich daran gewöhnt hatte, habe ich es allerdings gar nicht mehr gemerkt. Wie schon geschrieben, sehen die Sneaker eher klobig aus, sind beim Tanzen aber ganz leicht und sehr bequem und bei den Drehungen geben sie optimale Haftung und fühlen sich toll an. Man kann ganz kontrolliert drehen, die Schuhe geben wirklich ein sicheres Gefühl.
Die Zimbeln sehen ja auch groß und schwer aus, aber sie zu spielen war viel einfacher und bequemer als ich dachte. Die Saroyan Afghani Bronze sind groß, meine Händchen aber klein mit kurzen Fingern (sehr zu meinem Leidwesen...), also befürchtete ich, erst mal Umstellungsschwierigkeiten zu haben. Das war aber nicht der Fall, ich konnte sie ganz leicht spielen, und auch genau so schnell wie meine alten Zimbeln - sogar das noch knifflige "Military Pattern" (3-3-7). Und der Klang! Wow! Das war so viel schöner! Naja, man muss dann schon die Musik einen Tacken lauter machen, um sie noch zu hören, aber es lohnt sich wirklich! Richtiges Musizieren! And dazu noch das gute Gefühl, durch die Schuhe sicher geerdet zu sein. Himmlisch! Ich freue mich schon auf die nächsten Trainings!
Ok, bleiben noch die Ballet-Schläppchen... leider sind noch keine Heinzelmännchen vorbeigekommen, um die Haltegummis anzunähen... ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Expresslieferung - Teil 2 (5. November 2009)
Als ich mit diesem Blog anfing, dachte ich, dass es schwierig werden könnte, genug Themen und Anlässe zum Schreiben zu finden. Ich bin ja keine Vollzeit-Profitänzerin sondern Mitglied einer selbstorganisierten Gruppe, die zwei Mal die Woche trainiert und kreuz und quer durch Deutschland zu Workshops (ATS/Tribal, Tribal Fusion) fährt. Tatsächlich ist es so, dass ich kaum Zeit finde zum Schreiben, und es passiert genug! Heute muss ich unbedingt die Geschichte zu Ende erzählen mit der "Expresslieferung" meiner japanischen Haarnadel! Die endete ja damit, dass DHL mit mir eine Zweitauslieferung für den vergangenen Freitag vereinbart hatte – nachdem sie meine Wohnung nicht gefunden und mir deswegen zwei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter gesprochen und einen Brief an meine angeblich unrichtige Adresse geschrieben hatten.
Natürlich war ich zur vereinbarten Zeit auch zu Hause, aber als es abends immer später wurde riet mir meine innere Stimme, doch mal bei der DHL nachzufragen. Die Dame an der Hotline (kostenpflichtig, natürlich) war auch gleich ein wenig verunsichert nachdem ich mein Anliegen vorgetragen hatte. Sie konnte nämlich die gebuchte Zweitzustellung sehen, sah aber auch, dass man mein Päckchen zurück geschickt hatte. Sie verband mich gleich mit dem internationalen DHL Depot, damit mir dort vielleicht noch jemand helfen könne, bevor das Päckchen auf dem Weg nach Japan sein.
Was soll ich sagen – ich war, wie der Brite sagt, nicht amüsiert. Als nächstes war ich mit einem jungen Mann verbunden, der am Anfang unserer Unterhaltung so auftrat, als hätte die DHL ja sogar riesige Anstrengungen unternommen, um mir mein Päckchen zu meiner nicht-existenten Adresse zu bringen. Ich war noch weniger amüsiert, sofern das zu dem Zeitpunkt überhaupt möglich war. Die Kurzfassung dieses äußerst unerfreulichen Gesprächs war, dass ich mir anhören musste, mein Päckchen sei unaufhaltsam auf dem Weg nach Japan, daran könne man nix ändern. Ich solle mich an den Absender wenden – in Japan – der das Päckchen, wenn er es zu Unrecht zurück bekommen hätte, dann ja erneut portofrei verschicken könne. Klar, nichts einfacher als das! Tatsächlich meinte auch der japanische Absender per E-Mail, dass er nicht glaube, das Päckchen einfach ohne Beweise, dass die DHL den Fehler gemacht habe (wie sollte er denn das beweisen?) wieder portofrei erneut schicken könne und ich wohl das Porto noch mal zahlen müsse.
Als ich den jungen Mann auf dieses vorhersehbare Problem hinwies, wurde er sehr unfreundlich, wiederholte alles noch einmal und erklärte mir, dass ich ja sowieso kein Recht auf die Auslieferung des Päckchens hätte, weil ich ja nicht der Vertragspartner der DHL sei, sondern nur der Absender, und nur der könne Entschädigung verlangen. Mein Ersuchen um eine für mich funktionierende Lösung und die Frage nach einem DHL-Ansprechpartner zu der Sache bügelte er ab, das gäbe es nicht. Und schriftlich könne er mir unser Gespräch bzw. den Inhalt desselben auch nicht geben.
Glücklicherweise hatte ich mir die Wartezeit auf die DHL-Lieferung mit einem Wohnungsputz vertrieben, der kam genau richtig, um den Dampf abzulassen, den ich nach dem Gespräch hatte! Die Haarparty meiner Gruppe – über die ich ein anderes Mal berichten werde (ich sag's ja, zu wenig Zeit und die Ereignisse überschlagen sich...) – fand ohne diese japanische Haarnadel statt. Das war nicht sooo schlimm weil wir ja noch Unmengen anderer Accessoires dabei hatten, um uns aufzuhübschen. Ihr werdet es bald sehen, versprochen!
Am Montag wollte ich zunächst der DHL einen ganz bösen Brief schreiben, entschied aber dann, den Kundendienst anzurufen, der mir den oben erwähnten Brief geschickt hatte. Die Dame am Telefon sah gleich, warum ich anrief und hatte ganz andere Informationen für mich parat: Mein Päckchen war noch gar nicht nach Japan unterwegs sondern lag im Frankfurter Depot. Sie bestand zwar auch darauf, dass mit meiner Adresse etwas nicht gestimmt hatte (der japanische Absender hatte sie aber richtig notiert). Sei's drum, sie war deutlich kompetenter und hilfsbereiter und schlug mir vor, das Päckchen doch an meine Firma zu schicken, wenn ich zu Hause ja so schlecht zu erreichen sei. Wow, gute Idee! Ich sagte noch, dass mein Name der gleiche sei (ich dachte das eigentlich eher als Scherz) und gab ihr meine Firmenadresse. Sie versprach, dass ich das Päckchen am Mittwoch haben würde. (Wir erinnern uns: Express...)
Und ich bekam es auch: Gegen Mittag kam ein Kollege mit einem ausgefranst aussehenden Päckchen unterm Arm in mein Büro und entschuldigte sich, dass es schon geöffnet war. DHL hatte die Adresse meiner Firma, aber nicht meinen Namen, angegeben! Hier sind täglich so zirka 60 Leute... Da das Päckchen aus Japan war, bekamen es erst mal meine verdutzten Kollegen aus der Japan-Abteilung auf den Tisch. Die fanden nach dem Öffnen den Lieferschein mit meinem Namen. Und so bekam ich am Ende tatsächlich noch mein Päckchen!
Das ist eine dieser Geschichten bei denen ich am Ende nicht mehr sauer sein kann. Ich war einfach nur froh, dass ich das noch erleben durfte... Naja, und ich überlege noch, ob ich der DHL trotzdem noch einen kleinen Beschwerdebrief schicke... Aber jedenfalls weiß ich schon, wann ich die Haarnadel zum ersten Mal tragen werde: Auf der Hochzeit einer meiner Stammesschwestern – in Kürze! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Express-Sendung (26. Oktober 2009)
Frisch aus München zurück, hatte ich eine merkwürdige Nachricht auf meinem Anrufbeantworter: Eine Dame von DHL wollte mir eine Expresslieferung bringen und stand offensichtlich vor der falschen Tür, denn sie konnte meinen Namen nicht unter den Klingelschildern finden. Dazu gab's noch eine zweite Nachricht, diesmal von einem männlichen DHL-Angestellten, der erklärte, dass ein Express-Päckchen aus Japan auf mich wartet, weil seine Kollegin meine Wohnung nicht finden konnte, ob ich bitte zurück rufen und meine korrekte Adresse mitteilen könnte? Und um die Absurdität der bei DHL – immerhin ein Ableger der guten alten Deutschen Post mit ihrem Beamten-Habitus – immer noch herrschenden Bürokratie noch mal so richtig hochleben zu lassen, fand ich auch noch einen Brief von DHL zu diesem Vorgang vor mit der Bitte, anzurufen und meine Adresse zu bestätigen – natürlich die Adresse, an die sie diesen Brief geschickt hatten... Haha, selten so gelacht!
Nun bin ich es leider gewohnt, solche Hilfe-Anrufe von Pizzabringdiensten zu bekommen, weil ich in einem langen, von der Straße nach hinten ausgelegten Apartementblock wohne und um bis zu meiner Hausnummer zu kommen, muss man einen Weg an der Frontseite dieses Blocks lang laufen, der im 90-Grad-Winkel zur Straße liegt... ok, das mag kompliziert sein, aber die Postboten kriegen es immer hin und die von der DHL bis jetzt eigentlich auch immer, also was zum Teufel sollte das? In dem Päckchen aus Japan werden meine japanischen Haarnadeln sein, die ich bei eBay ersteigert habe – ich habe eine Menge Haarnadeln über eBay ersteigert nach Wendys Haar-Workshop (ja, sorry, Ihr werdet leider noch öfter von diesen Workshops hören, aber das bedeutet ja nur, dass sie ihr Geld auch wert waren!). Ich bin froh, dass die Dinger jetzt so langsam alle eintrudeln denn ich habe mit meinem Stamm eine Haarparty geplant, jetzt am Sonntag nach Halloween.
Denn die wollen ja auch wissen, wie das mit den Haaren geht und was Wendy uns alles gezeigt hat. Das wird ein Riesenspaß und wir möchten dann auch schöne Fotos machen von uns! Ja, Kostüm und Aufmachung gehören halt auch zum Tanz und da können wir so richtig unserer weiblichen Eitelkeit frönen... Um also nun rechtzeitig meine Haarnadeln zu bekommen, rief ich bei der DHL an – natürlich eine kostenpflichtige Hotline – und bestätigte ihnen, dass meine Adresse tatsächlich die auf dem Päckchen angegebene ist. OK, sie werden sich dann demnächst anstrengen. Da es sich bei dem Päckchen um eine Express-Sendung handelt, können sie es aber leider nicht bei der Hauptpost hinterlegen, wo ich es einfach abholen könnte, oh nein! Sie müssen es mir nach Hause bringen – toll. Das Problem ist nur: Ich bin kaum zu Hause unter der Woche. Ich arbeite ganztags und abends habe ich zweimal die Woche meine Tanz-Trainings und dann gehe ich diese Woche noch einmal zum Essen aus. Die DHL bietet zur Lieferung drei Zeitfenster: 8-12 Uhr und 12-17 Uhr, da muss ich arbeiten. Und dann noch 17-22 Uhr, da bin ich tanzen bzw. Essen gehen. Und überhaupt, wer sitzt denn so lange immer zu Hause????? Ok, Freitag nach der Arbeit, das würde passen, da habe ich mal nix vor. Also wunderbar, dann bekomme ich also mein Express-Päckchen. Fragt sich nur, was daran dann noch "Express" ist???? Und warum bloß sind die Japaner so höflich, Sachen per Express zu schicken???? ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Oktober 24, 2009 – Samstag
Shoppen für die Füße
Die Workshops von Wendy Allen neulich hatten übrigens noch eine verheerende Wirkung auf meine Balletschläppchen: Sie überlebten die Drehungen nicht und rissen an den Seiten auf - beide Schläppchen, das rechte und das linke! Nun ja, sie waren auch schon ein wenig betagt und ich wollte sowieso gerne neue schwarze haben. Leider kenne ich in der Stadt, in der ich lebe, kein Geschäft für Tanzausrüstung. Eine Bekannte aus der Nähe von München erwähnte ein solches Geschäft in Trudering in München, das Balletschuhe führt und gab auch die Adresse weiter. Oh ja, klar, hier ist sie: Ballett-Boutique Anita, Truderinger Straße 284, 81825 München.
Da ich vorige Woche sowieso aus beruflichen Gründen nach München musste, wollte ich dort mal vorbei schauen. Trudering liegt etwas außerhalb von München Stadtmitte und der Laden ist klein und wird von einer Frau allein geführt. Für eine Nicht-Bayerin ist es ja schon ein größerer Kulturschock, wenn eine leicht grimmig guckende Person eine gerade eintretende Kundin fragt: "Wos kriegen'S?" Naja, in diesem Geschäft kann man sowieso nicht stöbern, es ist wirklich winzig und komplett vollgestopft mit Tanzbekleidung, Pointe-Schuhen etc. Also fragte ich mal zaghaft nach Balletschläppchen und fand alsbald heraus, dass a) meine normale Schuhgröße hier völlig ohne Belang ist und b) dass ich immer Socken tragen solle, weil sonst der Schweiß das Leder der Schläppchen hart und unbequem macht. Hm, ok. Außerdem muss man die Gummibänder selbst annähen und ich bekam gezeigt, wie das genau gemacht werden soll.
OK, normale Balletschläppchen mit durchgehender Sohle, das schlug nun wirklich kein großes Loch in meine Finanzen. Da ich nun schon mal da war, fragte ich nach Ghillies, weil die auf Fotos immer so knuffig aussehen. Die Ladenbesitzerin wieselte in eine obskure Ecke des Geschäfts und kam mit einem schwarzen Paar zurück, mit geteilter Sohle, so dass man besser auf den Fussballen tanzen kann, Ganzleder und richtig hübsch. Dieses Paar war nun schon teuer aber ich verliebte mich sofort darin. Sie waren so knuffig und bequem. Und die Ladenbesitzerin wurde auch immer freundlicher und offener.
Ich probierte dann noch Jazzschuhe an und erfuhr, dass diese immer extrem eng - mit "Schraubstockgefühl" - gekauft werden sollten, weil sie fast noch drei Nummern nachgeben. Diese Schuhe waren auch sehr schön, mit niedrigem Absatz. Aber ich hatte sie eigentlich mit dem Hintergedanken anprobiert, etwas zum Tanzen für draußen zu haben, und diese waren nur für drinnen geeignet. Ich fragte also, was die Dame denn dafür empfehlen würde und sie grub an einer anderen Stelle im Laden Dance Sneaker aus. Nun, das war nun eine ganz andere Nummer als die schmalen, eleganten Ghillies und Balletschläppchen, ziemlich klobig und sie sehen so aus, als wären sie schwer. Sie haben auch eine geteilte Sohle zum Tanzen auf den Ballen. Sie waren auch trotz ihres Aussehens sehr leicht, ein Mix aus Neopren und Leder. Und ja, sie waren perfekt für das, wozu ich sie haben wollte - und, tja, leider auch richtig teuer...
Ähm, ja, das Ende der Geschichte war, dass ich mir bewusst machte, wie wichtig Füße nun mal für eine Tänzerin sind. Sie verdienen nur das beste... Also bin ich nun stolze Besitzerin von drei neuen Paar Tanzschuhen plus Socken, so dass Wendys Workshops dann noch mal eine verheerende Wirkung auf meine Finanzen hatten... Dafür freue ich mich jetzt um so mehr auf das Tanztraining nächste Woche, um sie endlich mal alles auszuprobieren! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Tribulation II (18. Oktober 2009)
Als meine Tanzschwester und ich vor zwei Jahren die erste "Tribulation" in Hannover sahen, die Perlatentia organisierte, waren wir überwältigt von einer Show, die komplett nur Tribal und Tribal Fusion gewidmet war. Perlatentia präsentierte sich als Gruppe, einige Mitglieder tanzten auch Duos und Solos, und weitere aufstrebende deutsche Tribal-Gruppen und -Tänzerinnen wie Shir o Shakar und Sophia Chariarse waren eingeladen. Gaststar war Geneva Bybee, die wir aus Workshops schon kannten. Es gab einen Basar mit Schmuck, Kleidung und allem, was das Tribalherz begehrt. Hier war Tribal nicht nur ein kleiner Teil in einer von orientalischem Tanz dominierten Show, in der Tribal nur die Rolle als kleine Trend-Modeerscheinung zugewiesen bekommt. Tribal stand allein im Zentrum und wir bekamen die vielen Richtungen zu sehen, in die man gehen und in denen man sich ausdrücken konnte, und das war sehr inspirierend.
Es war also klar, dass wir vergangenes Wochenende zur Tribulation II fahren würden, neugierig auf das, was sich in den vergangenen zwei Jahren getan hat! Die Show war mit dem Motto "Urbane Kunst an der Leine" angekündigt und basierte auf einem völlig neuen Konzept. Die 11 Nummern bestanden nicht nur aus Tanz. Perlatentia hatte auch andere Acts eingeladen, Mitglieder der Improvisations-Theatergruppe "5. Dimension" und einen Poetry Slam-Künstler. Drei der Perlatentia-Tänzerinnen hatten Musiker gefunden, mit denen sie zusammen arbeiten: Patricia trat mit einem E-Gitaristen auf, Elena mit einem Percussionisten, und Imme-Kathrin wurde von Violine und Hang begleitet.
Dieser Ansatz nahm Tribal aus dem Kontext, der Szene und dem Ambiente des Orientalischen Tanzes völlig heraus und versetzte es in einen urbanen Zusammenhang mit anderen Kunstformen, die auf Improvisation basieren. Indes, dies wurde weder erklärt noch sonstwie weiter thematisiert. Die Gäste aus Poetry Slam und Improvisationstheater waren brilliant und sehr unterhaltsam, aber diese Acts standen einfach nur ohne jeden Bezug neben den Tanzperformances. Eine bunte Mischung, bei der ich die Klammer "Tribulation" nicht erkennen konnte.
OK, sei's drum, wir haben uns sehr gut unterhalten gefühlt. Allerdings, als Tanz-Fan hätte ich gerne lieber noch einen weiteren Auftritt des superben Tribal-Duos "Namadeya" genossen - sie bekamen leider nur einen Slot im ersten Teil der Show und das war's ...
Hier nun mein persönlicher Rückblick auf die Tanzdarbietungen der Tribulation II: Perlatentia eröffnete die Show mit einer improvisierten Tribal-Gruppen-Performance (ITS) mit Zimbeln. Die Freundinnen, die mit uns gekommen waren, empfanden diesen Auftritt als einen der Höhepunkte der Show, der somit viel zu früh kam. Hm, das ist natürlich auch eine Geschmacksfrage aber es deutet auch auf den energiegeladenen Ursprung der Tanzform Tribal Dance so, wie sie momentan so beliebt ist: Sie begann als ein auf Improvisation basierender Gruppentanz. Im Anschluss zeigten Namadeya eine Tribal Burlesque, der zur Zeit angesagte Trend im Tribal Fusion. Sehr gut gemacht, wir waren hingerissen. Und natürlich waren alle Solis der "Perlies" sehr gut, denn alle Mitglieder sind hervorragende Tänzerinnen. Dennoch, um ganz ehrlich zu sein: Ich habe schon packendere Auftritte von ihnen gesehen. Die Technik war da, die kreativen Ideen auch, aber das Charisma war diesmal nicht so überwältigend wie ich es sonst von Perlatentia kenne. Sei's drum, uns hat es insgesamt gefallen und wir werden jederzeit wiederkommen, sie tanzen zu sehen! (Das wird bei Patricia sehr bald sein, wenn sie nach Bielefeld kommt!)
Der letzte Auftritt des Abends war interessanterweise nicht für den Gaststar aus USA reserviert, sondern wurde auch von Perlatentia selbst bestritten. Ich hab' jetzt keine Idee, in welche Schublade man diesen Tribal-Fusion-Stil stecken könnte: Die Tänzerinnen trugen eine Art Golden-Glamour-Glitz-Kostüm, die Musik war eine Art Hip Hop und die Story des Tanzes ein Girl-Gang-Krieg.
Und ach ja, ich erwähnte es schon, es gab einen Gaststar: Steven Eggers, der gerade durch Deutschland tourt. Er ist Mitglied von Atash Maya, einer Tribal Fusion Gruppe aus San Diego, die von Sabrina Fox geleitet wird. Er selbst bezeichnet sich als "The most beautiful boy in bellydance". Nun ja, ich bin ja nun nicht mehr die Jüngste und habe da wohl einen etwas anderen Geschmack, und überhaupt interessierten mich nun sowieso in erster Linie seine Qualitäten als Tänzer. Nun, was soll ich sagen? Die herausragende Qualität des Tribal Fusion Tänzers Steven Eggers ist unterm Strich wohl doch die, dass er männlich ist. Es gibt eine Unmenge amerikanischer Tribal Fusion Tänzerinnen, die so viel mehr als er zu bieten haben. OK, seine Technik ist nicht schlecht, aber es wäre hilfreich, wenn er hin und wieder mal nur ansatzweise den Eindruck erwecken würde, er würde sich für das interessieren, was er da auf der Bühne tut... Daher fand ich es auch extrem befremdlich, wie sich ein weiblicher Fan in den hinteren Rängen aufführte - das erinnerte stark an die berühmte Restaurant-Szene aus "Harry und Sally"....
Nun ja, dies hier ist halt mein persönlicher Blick auf den Abend, Ihr könnt Euch z. B. hier selbst ein Bild machen:
http://www.youtube.com/watch?v=mddHcywXSDo
Aber alles in allem hatten wir einen richtig netten Abend und haben mal wieder viel zu viel im Basar ausgegeben... ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Die Woche nach Wendy (16. Oktober 2009)
Letze Woche um diese Zeit war ich auf dem Weg nach Dillenburg, um bei Wendy Allen von FatChanceBellydance zu workshoppen – die Zeit fliegt nur so dahin, das nächste Wochenende fängt jetzt an! Unser Tanztraining diese Woche stand natürlich ganz im Zeichen der Erfahrungen aus Wendys Workshops. Am Montag mussten meine Stammesschwester und ich den anderen erst mal alles haarklein erzählen! Wer da war, was wir gemacht und gelernt hatten und was "Duelling Duets" sind. Und dann haben wir natürlich getanzt!
Zur zweiten Trainingsstunde der Woche konnte nur unser neues Mitglied kommen. Sie wollte die langsamen FCBD-Moves üben. Nun, dafür war Wendy eine große Inspiration, als sie in Dillenburg zu "Kali Sarah" aus der Filmmusik zu "Latcho Drom" mit Martha tanzte. Auf Youtube gibt es einige Clips, auf denen sie das mit einer Partnerin tanzt. Es war aber was ganz anderes, sie live und aus der Nähe mit Martha zu sehen. Sie hatte zwar kein Kostüm an, aber sie tanzte das Stück mit so viel Gefühl und Herz, dass wir völlig hin und weg waren!
Ich zeigte meiner Tanzschwester, wie die langsamen Moves als Duo getanzt werden können, was sehr gut ging, und wir genossen es sehr, zu langsamen Stücken zu tanzen. Dann legten wir ein paar Schippen drauf mit einem Stück von Radiohiro und unser Neuling verpasste vor lauter Zimbeln und Tempo die langsamen Parts - egal, es hat Spaß gemacht!
Morgen fahren wir nach Hannover nebenan und lehnen uns mal gemütlich zurück, wenn andere tanzen, auf der Tribulation II. Und klar, ich werde davon berichten! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 12. Oktober 2009 - Montag
Wendy Allen Workshops
Am vergangenen Wochenende ging es ganz und gar um echten ATS - und nicht grad irgendein Gehoppel nach Schema X das sich irgendwer ausgedacht hat und dann "Tribal Style" nennt, wenn Ihr wisst, was ich meine! *Zwinker* Wendy Allen von FatChanceBellyDance war zum zweiten Mal in Dillenburg zum Workshoppen angereist und wurde wieder von Martha - ebenfalls von FCBD und nun in Deutschland aktiv - unterstützt.
Am ersten Tag ging es um neue Zimbelmuster und - das war ein Riesenspaß! - darum, wie frau eine Tribalfrisur baut: Mit kurzem Haar, langem Haar, jeder Art von Haar... Tag 2 war Wiederholungen und Variationen bekannter Moves gewidmet, die sie uns letztes Jahr zeigte. Es gab viele Tipps und Details. Wir tanzten diese in Duos und es war gar nicht so einfach, alles zu beachten und die richtige Haltung zu bewahren und dann noch die Drehungen ... aber es war Spaß, Spaß, Spaß! Am dritten Tag übten wir exakte Raumpositionen für Duos hintereinander und gegenüber, das Austanzen musikalischer Kadenzen bei langsamer und schneller Musik und - das war der Oberhammer! - wir wurden in die "Duelling Duets" eingeführt! Das braucht noch einiges an Übung aber wenn Ihr jemals die Gelegenheit bekommt: Lernt und tanzt das! Dann wird man niemals wieder auf die Idee kommen, das FCBD-Format für einfach oder gar langweilig zu halten! Wer das behauptet, hat einfach keine Ahnung! Seht selbst - die Meister in Aktion:
http://www.youtube.com/watch?v=4yw5R10x_-Q&feature=PlayList&p=B41F787C00B3A40F
